30.7.2026 – ein Wochenrückblick

In Israel hat sich das Leben in der vergangenen Woche kaum verändert. Mehrfach wurde vor einem unmittelbar bevorstehenden Grossangriff aus dem Iran gewarnt. Wirklich ernst genommen hat das allerdings kaum jemand. Wir haben weitergelebt wie zuvor – weitgehend unbeeindruckt.

Die Wahlen im Oktober rücken näher. Das merken wir unter anderem an den zahlreichen Umfragen, die in unserem SMS-Posteingang landen. Parteien und Politiker wollen ausloten, welche Positionen, Wahlslogans, Bündnisse und Listenverbindungen bei den Wählern am besten ankommen könnten.

Übrigens: Seit über 20 Jahren ist dies das erste Mal, dass eine israelische Regierung die volle Legislaturperiode bis zu den regulären Neuwahlen übersteht. Angesichts der heftigen Angriffe – sowohl aus der Opposition als auch aus dem Ausland – hätte das vor drei Jahren wohl kaum jemand erwartet.

Vom Oppositionsführer Yair Lapid hört man dagegen erstaunlich wenig. Und wenn doch einmal ein Artikel über ihn erscheint, ertappe ich mich gelegentlich bei dem Gedanken: “hmmm .. Yair Lapid? Wer ist das noch gleich? Ach ja, klar! Yair Lapid, jetzt erinnere ich mich: Unser Premierminister für ein paar Wochen” 😀

Inhalt


Israel

Einer neuen Studie zufolge zahlte die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) hohe Summen an aus israelischen Gefängnissen freigelassene Terroristen, darunter hochrangige Hamas-Planer des Massakers vom 7. Oktober.

Oberstleutnant a.D. Maurice Hirsch, leitender Forscher am Jerusalemer Zentrum für Sicherheit und Aussenpolitik, berichtet, dass das Terroristenbelohnungsprogramm der Palästinensischen Autonomiebehörde nicht mit Zahlungen an in Israel inhaftierte Terroristen endet. Vielmehr umfasse es auch ein dauerhaftes System von Zahlungen und Beschäftigungsmöglichkeiten für Terroristen nach ihrer Freilassung.

Laut Hirsch erhielten auch hochrangige Hamas-Funktionäre, die seiner Aussage nach an der Planung, Finanzierung oder Ausführung des Massakers vom 7. Oktober beteiligt waren, im Rahmen dieses Programms Gelder.

„Wenn über das Belohnungsprogramm der Palästinensischen Autonomiebehörde diskutiert wird, konzentriert man sich üblicherweise auf Zahlungen an inhaftierte Terroristen. Doch diese Politik hat auch eine andere Seite: die Frage, was mit einem Terroristen nach seiner Freilassung geschieht. Es gibt eine ganze Reihe von Gesetzen und Verordnungen, die von einer Freilassungsbeihilfe für jeden freigelassenen Terroristen bis hin zu einem Beschäftigungsprogramm reichen.“

Unter diesem Programm haben auch Terroristen wie Yahya Sinwar, Zaher Jabarin, Rawhi Mushtaha und Tawfiq Abu Naim, die alle an der Planung, Finanzierung oder Ausführung des Massakers vom 7. Oktober beteiligt waren, Gehälter von der P.A. erhalten, erklärt Maurice Hirsch.


Ministerpräsident Netanjahu über die drei Optionen, die Präsident Trump im Umgang mit dem Iran hat:

Trump hat tatsächlich drei Optionen: Erstens, ein Abkommen zu erzielen; zweitens, die Blockade fortzusetzen; und drittens, militärisch einzugreifen.

Alles, was zur Beseitigung des iranischen Atomprogramms führt, ist unser Ziel. Das ist unser gemeinsames Ziel.

Später im selben Interview sagte Netanjahu, er habe Trump während ihres Treffens nicht zu einem Angriff auf den Iran gedrängt.


Palästinensische Medien schäumen:

Eine weitere Verletzung der Heiligkeit der Al-Aqsa-Moschee!

Siedler stürmen die Al-Aksa Moschee und halten dort talmudische Rituale ab!

Ein Heiratsantrag auf dem Tempelberg.


Angesichts der angespannten Lage in Judäa und Samaria hat der Kommandeur des Zentralen Militärbezirks die Entscheidung getroffen, die Einreise arabischer Arbeiter aus den Autonomiegebieten in alle Siedlungen im gesamten Gebiet von Judäa und Samaria vollständig zu unterbinden.

Gaza

Truppen der 188. Brigade demontierten mehr als 10 unterirdische Terrortunnel, die von der Hamas genutzt wurden, darunter einen, in dem Geiseln festgehalten wurden (Bericht mit Videos).

Die Truppen stellten zudem eine grosse Menge an Waffen sicher, darunter Raketenwerfer, Raketen, Handgranaten, Sprengsätze und Kalaschnikow-Gewehre. Darüber hinaus errichteten sie neue Verteidigungswege und -posten, um die Verteidigungsposition in dem Gebiet zu stärken.


Die gelben Pflöcke rücken immer weiter gegen Westen vor.

Die Bewohner des Gazastreifens berichten, dass diese Betonbarrieren auf der Salah-al-Din-Strasse im Gebiet Al-Bureij – Nuseirat nahe der Al-Da’wah-Strasse aufgestellt wurden.

Dadurch ist nun auch dieser Abschnitt der Salah-al-Din-Strasse nicht mehr befahrbar. Eine der wichtigsten Verkehrsadern Gazas ist damit unterbrochen.

Nutzer berichten, dass sich Autofahrer nicht mehr in die Gegend trauen.


Etwas zum Schmunzeln:

Ein bei Nutzern im Gazastreifen beliebtes KI-Video zeigt Khalil al-Hayya, den Leiter des politischen Büros der Hamas, wie er versucht, die gelben Betonbarrieren zu verschieben, die immer weiter in das Hamas-Gebiet im Gazastreifen vordringen.

Iran

Wenn wir die Situation im Nahen Osten betrachten, sehen wir, dass sich derzeit fast alles um den Iran dreht. Allerdings wäre es falsch, von der Haltung der iranischen Regierung zu sprechen. Entscheidend ist die Haltung der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) und ihrer “Bluthunde”, der Basij-Milizen. Denn sie sind es, die im Iran die Macht in den Händen halten.

Hier haben sich in der vergangenen Woche einige interessante Entwicklungen gezeigt. Die nächtlichen Angriffe der USA wurden – nach einer eintägigen Unterbrechung – wie zuvor fortgesetzt. Das ist inzwischen beinahe Routine geworden. Neu hingegen sind andere Entwicklungen:

  • Die Vereinigten Arabischen Emirate haben sich an solchen Angriffen beteiligt.
  • Die Ukraine griff russische Transporte in den Iran an; Teheran drohte mit Gegenschlägen.
  • Saudi-Arabien flog gemeinsam mit den USA Angriffe.
  • Die Houthi-Miliz blockiert die saudische Schifffahrt im Roten Meer.
  • Es kursieren Berichte und Fotos von Kampfflugzeugen mit entfernten Hoheitsabzeichen. Wer dahintersteckt, ist unklar.
  • Oman forderte den Iran auf, die Strasse von Hormus wieder zu öffnen. Teheran wies diese Forderung zurück.
  • Aus verschiedenen Regionen des Iran mehren sich Berichte über wachsenden Widerstand gegen das Regime. Selbst aus Teheran dringen entsprechende Meldungen nach aussen – jener Stadt, in der erst kürzlich drei junge Demonstranten öffentlich an Baukränen gehängt wurden.
  • Der Iran kündigt seit Tagen “vernichtende Angriffe” auf Israel an, insbesondere auf Tel Aviv, doch nichts dergleichen ist bislang erfolgt. Was eher Sorge bereiten muss, sind angekündigte Mordattacken auf israelische und amerikanische Repräsentanten weltweit.

Im Nahen Osten zeigt sich eine neue Entwicklung. Eine Dynamik, die sich auf die gesamte westliche Welt auszuwirken beginnt.

Besonders interessant dürfte dabei die Haltung der Ukraine werden. Sowohl Benjamin Netanjahu als auch Wolodymyr Selenskyj haben sich in Washington mit Donald Trump getroffen und dabei auch die Lage im Iran besprochen.

Sollte sich die Ukraine an die Seite der USA und Israels – und damit gegen die Achse Russland–Iran – stellen, könnte dies die Europäische Union vor ein politisches Dilemma stellen: Kann sie die Ukraine weiterhin vorbehaltlos unterstützen und gleichzeitig ihren bisherigen politischen Kurs gegenüber Israel und den USA beibehalten?


Während der kurzen Waffenruhe der USA, hat der Iran 5 Raketen auf amerikanische Militärbasen in Jordanien abgefeuert. Die meisten Berichte sagen, diese seien alle abgefangen worden, allerdings zirkulieren Videos von einem Brand in einem dieser Lager.

Daraufhin haben die USA ihre Angriffe wieder aufgenommen. CENTCOM berichtet von heftigen Angriffen auf Dutzende von Zielen der Revolutionsgarden im gesamten Iran.


Das britische Aussenministerium hat sein Personal aus dem Iran abgezogen.


Diesen Mädchen droht die Todesstrafe im Iran:

  • Melika Azizi, 18 Jahre
  • Niloufar Isfahani, 18 Jahre
  • Diana Taharabaadi, 16 Jahre
  • Sager Golami, 19 Jahre
  • Die Zwillinge Romina Rahimi, 18 Jahre, und Tarane Rahimi, 18 Jahre
  • Arghavan Fallahi, 25 Jahre

Eine iranische Drohne hat einen amerikanischen Gastanker in Ägypten beschossen. Das Video zeigt die Löscharbeiten.


Präsident Trump wurde zu diesem Drohnenangriff befragt und ob der Iran damit in Verbindung stehe. Er antwortete:

„Ich wurde darüber informiert. Es ist mehr oder weniger die gleiche Geschichte wie immer … Wir werden die Sache klären. In der Zwischenzeit werden wir die Iraner hart treffen, denn jetzt sind wir an der Reihe. Sie wissen, dass es so weit ist. Sie bitten uns, es nicht zu tun.“ – Doch: „Jetzt sind wir dran“


Die iranischen Revolutionsgarden behaupten:

Bei dem iranischen Angriff heute Morgen auf den Luftwaffenstützpunkt in Jordanien wurden drei F-35-Kampfflugzeuge zerstört und drei weitere beschädigt.

Darüber hinaus wurden mehrere feindliche Soldaten und Offiziere getötet und verwundet.

Die USA bestreiten diese Darstellung.


Unterdessen im Iran:

Bewohner der Küstenstadt Jask, östlich der Strasse von Hormus gelegen, patrouillieren bewaffnet in der Gegend und erwarten die Ankunft amerikanischer Truppen.

Kommentar ⇒ Das dürfte in Washington für schlaflose Nächte sorgen…

Nahost

Saudi Arabien und die USA verhandeln über ein Abkommen, das den Saudis den Bau nuklearer Anlagen ermöglicht. Donald Trump knüpft ein solches Abkommen an die Bedingung eines Beitritts zu den Abraham-Abkommen.


Syriens Interims-Präsident Ahmed al-Scharaa spricht vorsichtig von einer Annäherung an Israel, besteht jedoch auf einem israelischen Rückzug aus syrischem Territorium. Israel beschützt dort die drusischen Gemeinden *).

Kommentar ⇒ Die israelische Armee ist in 0.2% des syrischen Territoriums stationiert, die türkische in 5%, doch letzteres scheint ihn nicht gross zu bekümmern…

*) Ein Freund von mir ist am vergangenen Freitag von einem Einsatz in Syrien zurückgekehrt und hat mir davon berichtet. Die Drusen sind sehr froh und dankbar für diesen Schutz. Im Übrigen war er tief beeindruckt von der Armut, in welcher diese Gemeinden leben. Der Unterschied zu drusischen Gemeinden in Israel ist frappant!


Arabische Medien berichten: Saudi-Arabien führt Angriffe auf Ziele der Houthi-Terroristen in Sanaa, Jemen, durch.

International

Deutschland ist entsetzt über eine dschihadistische Rammattacke auf den CSD-Umzug, der ein Todesopfer und mehrere Verletzte gefordert hat.

Dieses Video ist wenige Stunden zuvor aufgenommen worden: „Von Berlin nach Gaza, Yalla Yalla Intifada!“

Kommentar ⇒ Die Intifada ist sehr rasch gekommen.


Invasion in Spanien

Die Politik der Regierung von Pedro Sánchez fördert den Anstieg des Migrantenstroms aus Afrika nach Spanien.

Der Gouverneur von Ceuta – einem spanischen Territorium, das an Marokko grenzt und sich auf der afrikanischen Seite des Strakte von Gibraltar befindet – ist überfüllt mit Migranten, die aus Marokko kommen und dann in Booten auf das Festland gelangen.

Der Gouverneur von Ceuta hat sich an die Regierung gewandt und um die Ausrufung des Notstandes und den Einsatz des Militärs gebeten , aufgrund der steigenden Zahl an ankommenden Migranten – etwa 300 neue Migranten täglich. Das bedeutet über hunderttausend Menschen pro Jahr allein über diese Route.

Kommentar ⇒ Anfang Juli entschied Spaniens Oberster Gerichtshof, dass Migranten, die Ceuta auf dem Seeweg (z. B. schwimmend) erreichen, nicht mehr im Rahmen von schnellen Massenabschiebungen unmittelbar nach Marokko zurückgewiesen werden dürfen.


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