In diesem Kontext sind mit “Siedlungen“ stets jüdische Niederlassungen in den Gebieten gemeint, die im Krieg von 1948 von Jordanien beziehungsweise Ägypten erobert und 1967 von Israel befreit wurden. Ebenfalls dazu gezählt werden die Niederlassungen auf den Golanhöhen, die Syrien im Krieg von 1967 an Israel verlor. Arabische Niederlassungen in diesen Gebieten werden hingegen nicht als “Siedlungen“ bezeichnet.
In mehreren europäischen Ländern und auch auf Ebene der EU laufen derzeit Bestrebungen, gegen diese “Siedlungen“ einen Handelskrieg zu entfachen. Durch Handelsverbote sollen sie wirtschaftlich in die Knie gezwungen werden.
Gleichzeitig unterstützt die EU arabische Projekte in denselben Gebieten mit erheblichen finanziellen Mitteln. Dies tut sie auch in der Zone C und ohne israelische Baugenehmigung – obwohl gemäss dem Oslo-Abkommen die Zuständigkeit für Planung und Bau bei Israel liegt.
Inhalt
Kontext
Nennen wir es beim Namen: Judäa und Samaria ist das historische jüdische Kernland. Ein grosser Teil der in der Bibel erzählten Geschichte spielt sich in diesem Gebiet ab. Damals gab es noch keinen Islam, kein Christentum und schon gar keine “Palästinenser“.
Gerade weil es das jüdische Kernland ist, wird es so heftig umkämpft: Wer dieses Gebiet kontrolliert, zu dem auch die Jerusalemer Altstadt mit dem Tempelberg gehört, kontrolliert gewissermassen “das Herz des jüdischen Volkes“.

Diese Karte zeigt in Grün die Gebiete Nordafrikas und des Nahen Ostens, die der arabische Islam seit dem 7. Jahrhundert erobert hat.
Israel ist rot dargestellt – ein winziger Fleck inmitten dieses riesigen Raumes.
Die Karte zeigt deutlich, dass es hier um Land nicht gehen kann.
Umkämpft ist ausgerechnet jenes kleine Gebiet, in dem das jüdische Volk seine historischen und religiösen Wurzeln hat: Jerusalem, Judäa und Samaria. Wer uns Juden dieses Gebiet abspricht, spricht uns nicht irgendein Stück Land ab. Er verleugnet damit das Wesen des Judentums: die Verbindung von Volk, Land und Religion, unsere jahrtausendealte Geschichte und unseren Bund mit G’tt. Er greift damit das Herz des Judentums an.
Die europäische Haltung
Soweit die arabisch-islamische Haltung in diesem Konflikt. In letzter Zeit sehen wir, dass sie auch in Europa zunehmend Unterstützung findet. Der jahrtausendealte europäische Antisemitismus, der nach dem Zweiten Weltkrieg für einige Jahrzehnte geächtet schien und tief ins Unterbewusstsein verdrängt worden war, tritt nun wieder offen an die Oberfläche.
Es darf nicht sein, dass das jüdische Volk “sein Herz” zurückerhält. Es darf schlicht nicht sein, dass es frei, selbstbestimmt und stark wird.
Hinter diesem Konflikt liegt eine tiefere Ebene: Im Judentum hat das jüdische Volk die besondere Aufgabe, ein “Licht für die Völker“ zu sein. Christentum und Islam entstanden später und erhoben ihrerseits einen universellen Wahrheitsanspruch. Beide beanspruchen das jüdische Erbe für ihre eigene religiöse Geschichte – und beide müssen eine Erklärung dafür finden, weshalb ihre Religion die ältere, jüdische Religion übertrifft und an ihre Stelle treten kann.
Hier treffen sich zwei ansonsten konkurrierende Religionen in einem bemerkenswerten Punkt: Ein selbstbewusstes jüdisches Volk mit Jerusalem und dem Tempelberg als Zentrum steht ihren Ansprüchen, das Judentum übertroffen und abgelöst zu haben, im Weg.
Oder, zugespitzt: Dein Feind ist auch mein Feind.
Neu ist die europäische Haltung in bezug auf israelische “Siedlungen” nicht. Bereits seit 2005 verweigerte die EU Produkten aus israelischen “Siedlungen“ die Zollvergünstigungen des Handelsabkommens zwischen Israel und der EU. Zu diesem Zweck müssen seither auf israelischen Ursprungsnachweisen der Produktionsort und die Postleitzahl angegeben werden. Die europäischen Zollbehörden gleichen diese mit einer von der EU geführten Liste von Orten ab, deren Produkte von den Vergünstigungen ausgeschlossen werden sollen.
2015 ging die EU einen weiteren Schritt. Seither verlangt sie für Lebensmittel und andere Konsumgüter aus israelischen “Siedlungen“ eine Herkunftskennzeichnung, aus der hervorgehen muss, dass das Produkt aus einer israelischen “Siedlung“ stammt.
Auf die Schwierigkeiten bei der praktischen Umsetzung solcher Regelungen habe ich bereits in einem anderen Artikel hingewiesen. Doch eine andere Frage ist: Was genau ist eine “israelische Siedlung”?
Ein genauerer Blick auf die bereits erwähnte 27 Seiten lange Liste mit den betroffenen Orten und Postleitzahlen ist aufschlussreich. Die Liste ist öffentlich zugänglich und kann als PDF gelesen oder heruntergeladen werden.
Diese Liste zeigt etwas, wovon ich nicht weiss, ob ich es noch lustig finden kann: Wäre ich nicht vor einem Jahr aus Har Adar weggezogen, würde sich ein Niederländer ab dem 22. September 2026 strafbar machen, wenn er von mir ein #NoToJihad T-Shirt kauft.
Doch noch gehen nicht alle europäischen Länder so weit wie die Niederlande. In mehreren Ländern sind jedoch ähnliche Bestrebungen im Gang.
So haben Spanien und Slowenien bereits Einfuhrverbote für Produkte aus israelischen „Siedlungen“ eingeführt.
Belgien hat im Juli 2026 einen entsprechenden königlichen Erlass auf den Weg gebracht. Dort soll mit einem System vorheriger Einfuhrgenehmigungen gearbeitet werden, wobei Genehmigungen für Waren aus israelischen “Siedlungen“ systematisch verweigert werden sollen. Der Entwurf liegt derzeit beim Staatsrat.
Irland arbeitet an einem gesetzlichen Importverbot. Der entsprechende Israeli Settlements in the Occupied Palestinian Territory (Prohibition of Importation of Goods) Bill 2026 befindet sich im Gesetzgebungsverfahren.

Und auch auf EU-Ebene wird inzwischen über ein solches Handelsverbot diskutiert. Insbesondere Spanien, Frankreich und Schweden drängen auf entsprechende Massnahmen, doch dafür gibt es noch keine ausreichende Mehrheit. Im Juli 2026 reichten die diskutierten Möglichkeiten von einer strengeren Durchsetzung bestehender Kennzeichnungsvorschriften über prohibitive Zölle bis zu einem vollständigen Handelsverbot. Laut EU-Aussenbeauftragter Kaja Kallas erhielt gerade das Handelsverbot unter den diskutierten Optionen die grösste Unterstützung.
Umstritten ist noch, ob für ein solches Verbot Einstimmigkeit erforderlich wäre oder ob eine qualifizierte Mehrheit der Mitgliedstaaten ausreichen würde.
Doch damit nicht genug. Die Schweizer Verkaufskette Lidl verschickte am 28. August 2026 aufgrund der neuen niederländischen Regelung ein Schreiben an ihre Lieferanten:
Das Original kann hier heruntergeladen werden.
(Update: Die Authentizität des hier verlinkten Schreibens wird derzeit überprüft. Eine Bestätigung durch Lidl Schweiz liegt uns noch nicht vor)
Bemerkenswert an diesem Schreiben ist, dass die Schweiz nicht zur EU gehört und ein solches Handelsverbot nicht beschlossen hat. Trotzdem führt die niederländische Regelung dazu, dass Lidl Schweiz seine Lieferanten auffordert, ihre gesamte Lieferkette entsprechend zu überprüfen und umfangreiche Herkunftsnachweise bereitzuhalten.
Damit wird sichtbar, dass die Auswirkungen eines solchen Handelsverbots keineswegs an den jeweiligen Landesgrenzen enden. Wie dieses Beispiel zeigt, wirken sich Regelungen wie die niederländische auch auf Lieferketten ausserhalb des eigenen Landes und sogar ausserhalb der EU aus.
Die Auswirkungen vor Ort
Doch wen trifft ein solcher Boykott eigentlich? Eine “Siedlung“ kann man nicht boykottieren. Man boykottiert die Menschen, die dort leben und arbeiten, und die Unternehmen, die dort produzieren.
Wie hilft es den Palästinensern?
Was ein solcher wirtschaftlicher Druck vor Ort bewirken kann, zeigte das Unternehmen SodaStream sehr deutlich. Es betrieb in Mishor Adumim (ehemalige Westbank) eine Fabrik, in der neben israelischen Juden und Arabern rund 500 Palästinenser beschäftigt waren. Wegen ihres Standortes geriet die Fabrik international unter massiven Boykottdruck. Als SodaStream die Produktion anschliessend in den Negev verlegte, verloren die dort beschäftigten Palästinenser ihre Arbeitsplätze.
Die Arbeitslosigkeit in den palästinensischen Gebieten liegt bei rund 28%, besonders hoch (bei jungen Hochschulabsolventen über 40%) ist sie bei der jüngeren Generation. Nahezu 20’000 Palästinenser arbeiten deshalb in israelischen “Siedlungen“, wo sie auch deutlich höhere Gehälter erhalten. Es sind diese Arbeitsplätze, die jetzt durch europäischen Druck vernichtet werden sollen.
Gleichzeitig werden in diesen Gebieten erhebliche Summen an palästinensische Gefangene und die Familien sogenannter “Märtyrer“ ausbezahlt – Renten, die teilweise ein Mehrfaches des palästinensischen Mindestlohns von 1’880 ILS betragen.
| Haftdauer | monatlicher Grundbetrag |
|---|---|
| unter 3 Jahre | 1’400 ILS |
| 3–5 Jahre | 2’000 ILS |
| 5–10 Jahre | 4’000 ILS |
| 10–15 Jahre | 6’000 ILS |
| 15–20 Jahre | 7’000 ILS |
| 20–25 Jahre | 8’000 ILS |
| 25–30 Jahre | 10’000 ILS |
| ab 30 Jahren | 12’000 ILS |
Die PA bestreitet zwar, dieses System heute noch weiterzuführen. Daran bestehen jedoch erhebliche Zweifel.
Damit stellen diese Zahlungen in einer Gesellschaft mit hoher Arbeitslosigkeit und niedrigen Einkommen einen erheblichen Motivations- und Wirtschaftsfaktor dar. Je länger die Haft, je schwerer die Tat, desto höher die Zahlung.
Finanziert wird das palästinensische System heute zu einem erheblichen Teil aus Europa, das mit Abstand der grösste nachprüfbare Geldgeber ist. Arabische Staaten haben ihre Unterstützung längst stark reduziert, während die USA ihre direkte Unterstützung der PA weitgehend eingestellt haben.
⇒ Wer solche Boykotte fordert, sollte die Frage beantworten können, inwiefern er damit den Palästinensern hilft und was er damit unterstützt. Es wäre ehrlicher, sich einzugestehen, dass es ihm gar nicht primär um “Palästinenser“ geht, sondern um die viel tiefer sitzende, oft unbewusste Vorstellung, dass das jüdische Kernland mit Jerusalem und dem Tempelberg keinesfalls in jüdische Hände fallen darf.
Welche “Siedler” sollen getroffen werden?
Ein genauerer Blick auf die 27 Seiten der von der EU geführten Liste mit den betroffenen Orten führt zu einer interessanten Überraschung. Dort finden sich nämlich keineswegs nur jüdische “Siedlungen“.
Gerade nach unserem gestrigen Ausflug auf die Golanhöhen schmerzt es mich besonders, dass damit auch die dort lebenden Drusen getroffen werden. Auf dieser Liste finden sich nämlich auch die drusischen Ortschaften Majdal Shams, Buq’ata, Mas’ade und Ein Qiniyye.
Für die Drusen in diesem Gebiet spielt die Landwirtschaft eine zentrale wirtschaftliche Rolle. Obst aus ihren Plantagen gehört zu den bekanntesten Produkten der Region. Ein Handelsboykott, der sich nach der Herkunft dieser Waren richtet, trifft deshalb nicht irgendwelche abstrakten “jüdischen Siedlungen“ (was macht eine Siedlung überhaupt zu einer “jüdischen”?), sondern ganz konkret auch drusische Bauern und ihre Familien.
Warum werden Drusen, die seit Generationen dort leben, von europäischen Handelsmassnahmen erfasst, die sich angeblich gegen israelische “Siedlungen“ richten? Sollen sie nach Syrien vertrieben werden, wo ihnen Grausames droht und wo sie heute nur deshalb in Sicherheit leben können, weil Israel sie beschützt?
Ausgerechnet für diesen Schutz wird Israel von denselben europäischen Staaten wiederum heftig kritisiert.
Diese Widersprüchlichkeit und Doppelmoral verschlägt mir schlicht die Sprache und macht mich wütend!
⇒ Man kann nicht eine Siedlung boykottieren. Man boykottiert immer Menschen!
Israels Reaktion
Jetzt stellt sich die Frage, wie Israel auf diese europäischen Bestrebungen reagieren soll.
Auf die internationale Boykottbewegung (BDS) hat Israel bereits reagiert. Seit 2017 kann Personen, die zum Boykott Israels oder israelisch kontrollierter Gebiete aufrufen oder für entsprechende Organisationen tätig sind, die Einreise nach Israel verweigert werden. In der Vergangenheit ist aufgrund dieses Gesetzes schon mehrfach ausländischen Parlamentariern die Einreise nach Israel verwehrt worden.
Inzwischen sind es jedoch nicht mehr nur einzelne Aktivisten oder Organisationen, sondern mehrere europäische Staaten haben einen solchen Boykott zum Gesetz erhoben.
Unmittelbar nach der Publikation der neuen niederländischen Importregel hat Israel reagiert und niederländische Vertreter aus dem internationalen Koordinationszentrum für Gaza ausgewiesen.
Konsequenterweise stellt sich jetzt die Frage: Wie soll mit den diplomatischen Vertretern von Staaten, die Israel beziehungsweise Teile der von Israel kontrollierten Gebiete offiziell boykottieren, umgegangen werden?
Sollen sie diplomatischen Schutz geniessen oder müsste Israel deren Botschaften schliessen und ihre Diplomaten nach Hause schicken? Wann wird ein Land zu Feindesland?
Europa steuert offenen Auges auf einen schweren diplomatischen Konflikt zu.
Ich vermute, dass diesbezüglich unmittelbar vor den bald anstehenden Wahlen in Israel nicht sehr viel geschehen wird. Vermutlich werden einige Botschafter zu einer Rüge vorgeladen und damit hat es sich.
Wirtschaftlich ist Israel von einem Boykott der “Siedlungen“ ohnehin nur geringfügig betroffen: Die EU bezifferte den Handel mit Produkten aus diesen Gebieten in der Vergangenheit auf weniger als ein Prozent des gesamten Handels mit Israel.
Unmittelbar getroffen werden damit aber jene Menschen, die ich hier erwähnt habe: palästinensische Arbeitnehmer und drusische Bauern, kaum die jüdischen Israelis, die in den jüdischen “Siedlungen“ leben und arbeiten. Für die europäischen Länder bedeutet ein solcher Boykott wirtschaftlich also praktisch nichts – den unmittelbar Betroffenen kann er jedoch die wirtschaftliche Existenz vernichten.
Was geschähe, wenn Israel auf einen europäischen Boykott mit einem israelischen Boykott Europas antwortete? Wie du mir, so ich dir?
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Die EU, oder einzelne Staaten innerhalb der EU mit Klagen überziehen.
Vor internationalen Handelsgericht(falls es sowas gibt)
Ist nur so ne Idee
Ich denke, so etwas wird gar nicht nötig sein.
Für internationale Versanketten (Amazon, Otto Versand, etc.) und deren Lieferanten bewirkt die niederländische Regelung einen Riesenaufwand, denn jedes ihrer Produkte, das sie in die Niederlande liefern wollen, braucht jetzt einen Nachweis, dass keines seiner Bestandteile aus einer boykottierten “Siedlung” stammt. Tun sie das nicht, werden sie in den Niederlanden mit hohen Strafen rechnen müssen.
Wir sehen am zitierten Schreiben von Lidl Schweiz, was das für Konsequenzen hat.
Keine Obstsäfte, als Beispiel, dessen Obst teilweise aus drusischen Obstplantagen kommt (oder kommen könnte). Keine Milchprodukte, die Milch von Kühen enthalten können, die einmal in dieser Gegend gegrast haben.
Wollen sie diesen teuren Aufwand wirklich aufwenden für den relativ kleinen Absatzmarkt Niederlande?
Ich denke nicht. Nicht alle Versandketten werden sich solche Belege beschaffen wollen, um sie am niederländischen Zoll vorweisen zu können.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Lieferant in Taiwan, Indien, Italien, den USA oder China sich Belege beschaffen will, dass sein Produkt “siedlungsfrei” ist.
Da ist es billiger, auf den relativ kleinen Absatzmarkt Niederlande zu verzichten.
Daraus wird folgen, dass eine ganze Handvoll von Produkten in den Niederlanden nicht mehr verfügbar sein wird. Unabhängig davon, wo sie effektiv produziert worden sind.
Es geht aber weiter: Wie verhält es sich bei Bankverbindungen mit Banken, die in dieser Gegend eine Filiale betreiben? Mit Firmen, die Arbeitskräfte aus diesen Gebieten einstellen, oder die Bestzer oder Aktionäre haben, die dort wohnen?
Wir wissen längst, dass gewisse israelfeindliche Kreise sehr prozessfreudig sein können, wenn es sich gegen Israel richtet.
Die Niederländer werden selbst sehen, was sie sich mit ihrer sehr weit gehenden Regelung eingebrockt haben.
Ich denke, wir brauchen dazu gar nichts zu tun, bloss abwarten…
😄😄😄
Inzwischen hat Lidl Österreich nachgezogen und hat ein nahezu identisches Schreiben verschickt, mit einem präzisierenden Zusatz, dass dies nur für Produkte gelte, die in die Niederlanden verschickt werden.
Es wird klar: Alle Unternehmen, die in den NL tätig sind, müssen ihre Einkäufer entsprechend informieren, bzw. warnen.
Doch gerenell ist bereits die Liste der EU eine Anmassung, denn international verpflichtende Verträge sehen vor, dass die Grenzziehung zwischen Israel und einem allfälligen palästinensischen Staat nicht von der EU definiert werden kann, sondern von Israel und der P.A. in bilateralen Verhandlungen festzulegen ist.
Dass die Festlegung einer solchen Grenze noch in sehr weiter Zukunft liegen dürfte, müsste ebenfalls einleuchten: Ein palästinensischer Politiker, der heute einen solchen Friedensvertrag mit Israel abschliesst, dürfte sich seines Lebens kaum noch sicher sein.
Zu erkennen ist das auch daran, dass bisher alle Vorschläge (2000, 2008, 2020) dazu rundweg abgelehnt worden sind.
Zum einen sehe ich das auch so, dass eher der niederländische Marktplatz verzichtbar ist als der aufwändige Lieferkette Nachweis. Zum anderen wurde aber das Abkommen von Oslo getroffen und wer weiß was da noch kommen kann. Schließlich nutzt jeder zahlungskräftige Akteur Terror zur Durchsetzung seiner Interessen und die Muslimbruderschaft ist eine…effektive…Terrorvereinigung. Insofern fürchte ich die EU mehr hinsichtlich ihrer Aufrüstung der Hamas.
Ja, Oslo (auch der Friedensvertrag mit Jordanien) ist betroffen: Beide Verträge legen diese Grenze ausdrücklich nicht fest.
Übrigens – was viele nicht wissen – sind auch die Grenzen dieser “palästinensischen Gebiete” zu Jordanien und Ägypten nicht festgelegt. Diese müssten, falls ein solcher Staat gebildet werden soll, erst ausgehandelt und festgelegt werden.
Nun, an die Oslo-Verträge hält sich die P.A. ohnehin nicht (hat zB den Terror nicht eingestellt, sondern fördert ihn), die EU, auch die UNO und auch viele Länder ignorieren sie. Insbesondere jene Länder, die einen “Staat Palästina” anerkannt haben.
Meines Erachtens sollte Israel sie definitiv und offiziell aufkünden. Wieso auch sollte Israel das einzige Land sein, das sich daran hält?
Das wäre überfällig. Ich hoffe nur, das keine Partei oder Bündnis gewinnt, dass auf die m E. blöde Idee kommt, mal wieder “Frieden” mit den Moslembrüderschaften schließen zu wollen. In den USA wird so etwas unter liberalen Juden diskutiert und ich bin einfach entsetzt darüber.
In diesem Zusammenhang interessant:
11 EU-Mitgliedstaaten haben EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas aufgefordert, eine Abschaffung des Einstimmigkeitsprinzips in der gemeinsamen Außenpolitik zu prüfen und stattdessen Entscheidungen mit qualifizierter Mehrheit zu ermöglichen, berichtet Euronews.
Zu den Unterzeichnern gehören Österreich, Dänemark, Belgien, Finnland, Frankreich, Deutschland, Luxemburg, die Niederlande, Rumänien, Spanien und Schweden.
In ihrem Schreiben argumentieren die Staaten, dass die erforderliche Einstimmigkeit die EU daran hindere, ihre Werte und Interessen wirksam zu vertreten. Da außenpolitische Beschlüsse derzeit die Zustimmung aller 27 Mitgliedstaaten erfordern, kann bereits ein einzelnes Veto eine Entscheidung blockieren.
Die Forderung könnte auch Auswirkungen auf EU-Entscheidungen im Zusammenhang mit Israel haben. In der Vergangenheit wurden entsprechende Vorhaben dem Bericht zufolge durch den Widerstand einzelner Mitgliedstaaten verhindert – insbesondere durch Ungarn unter Viktor Orbán. Auch Tschechien wird in diesem Zusammenhang genannt.
Ja das ist bekannt, dass die genannten Staaten das Einstimmigkeitsprinzip aufheben wollen. Es geht um die Ukraine, die Außenpolitik, Agrarpolitik und Zölle. Dagegen stehen aber die Viserad Staaten, aktuell unter Leitung von Peter Magyar. Ich denke daher, dass sich die EU eher spalten wird, denn die Viserad Staaten sind pro Israel und gegen Selenskyi. Schließlich will niemand korrupte Kriminelle oder Banderas Fansnhaben, die die Agrarwirtschaft ruinieren. Und Kaja Kallas, ich dachte immer Anna Lena neigt zu einer christlichen Geschichtsauffassung. Aber Kaja Kallas hat mal eben den zweiten Weltkrieg zu einem Verteidigungskrieg ernannt. In der Perspektive einer baltischen Junkerin kommt weder deutsch japanische Terror gegen Asien vor , noch gab es Holocaust oder Vernichtungskrieg. Ich werde vorsorglich in Prag im Asyl bitten.
Wo sich dieser Konflikt heute konkret und besonders deutlich zeigt, beschreibe ich in einem neueren Artikel: „E1 – Ein kleines Gebiet mit grosser Bedeutung“.
8.9.2026: Grossbritannien hat einen Boykott jüdischer Ortschaften in Judäa und Samaria beschlossen – https://www.israelnationalnews.com/news/432896
Arabische Siedlungen in diesem Gebiet werden nicht erwähnt. Der Boykott hängt demnach davon ab, ob die Bewohner jüdisch sind oder nicht.
⇒ Als “rassistisch” bezeichnet man offenbar neuerdings Staaten, deren Bewohnern von aussen je nach ethnischer Zugehörigkeit unterschiedliche Regelungen auferlegt werden.
Wird Israel im Gegenzug einen Boykott britischer Kolonien beschliessen? – https://en.wikipedia.org/wiki/British_Overseas_Territories#Present_overseas_territories 🤔🙄
——
Inzwischen haben 12 Länder eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht, in der sie ein nationales Handelsverbot für Produkte aus „illegalen israelischen Siedlungen“ verhängen:
– Frankreich
– Vereinigtes Königreich
– Kanada
– Dänemark
– Spanien
– Finnland
– Irland
– Island
– Norwegen
– Polen
– Portugal
– Schweden