Der Begriff “Siedlergewalt” gehört seit Jahren zu den am häufigsten verwendeten Schlagworten im Zusammenhang mit Judäa und Samaria. Doch was genau ist damit gemeint?
Dieser Artikel beleuchtet das Thema anhand der zugrunde liegenden Definitionen, Statistiken und Quellen.
Inhalt
Einleitung
Kaum ein Tag vergeht, an dem wir nicht mit Berichten über angebliche oder tatsächliche “Siedlergewalt” konfrontiert werden. Seit dem 7. Oktober 2023 sei sie sprunghaft angestiegen, heisst es. Gleichzeitig dienen solche Berichte zunehmend als Begründung für Boykottaufrufe gegen “Produkte aus illegalen Siedlungen in palästinensischem Gebiet”.
Wir sollten uns von solchen politisch geprägten Bezeichnungen nicht täuschen lassen. Gemeint sind damit jüdische Produkte aus Judäa und Samaria. Arabische Produkte aus denselben Gebieten sind von solchen Boykottforderungen nicht betroffen.
Heftig diskutiert wird das gegenwärtig vor allem in der EU. Die Niederlande, Spanien, Belgien und Irland haben entsprechende Boykotte angekündigt oder bereits eingeführt. Auch einzelne Städte sind diesen Weg gegangen, darunter Oslo, Trondheim, Tromsø, Vaksdal, Hamar und Lillehammer (Norwegen), Leicester (England) sowie Swansea und Gwynedd (Wales).
Bemerkenswert ist, dass sich diese Entwicklung bislang weitgehend auf Europa beschränkt – einen Kontinent mit einer fast 2’000-jährigen Geschichte des Antisemitismus. Ausserhalb Europas gibt es zwar vereinzelt ähnliche Restriktionen, doch vergleichbare Boykottmassnahmen wie in Europa sind mir bislang nicht bekannt.
Was bei solchen Boykottforderungen fast immer fehlt, sind Antworten auf zwei grundlegende Fragen:
- Worauf stützt sich die Behauptung, jüdische Gemeinden oder ihre Produkte in der nach dem Völkerbundsmandat als nationale Heimstätte des jüdischen Volkes vorgesehenen Region seien völkerrechtswidrig? Meist wird auf Art. 49 der Genfer Konvention verwiesen. Dieser Artikel verbietet die Zwangsverlegung oder Deportation geschützter Personen aus besetztem Gebiet in das Gebiet der Besatzungsmacht oder eines anderen Staates. Dass Israel eine solche Zwangsverlegung vorgenommen hätte oder heute vornähme, wurde jedoch von keinem internationalen Gericht festgestellt.
- Wodurch wurden Judäa und Samaria zu „palästinensischem Gebiet“? Zwischen 1948 und 1967 standen sie unter jordanischer Kontrolle, nachdem Jordanien das Gebiet annektiert hatte. Zuvor gehörten sie zum britischen Mandatsgebiet Palästina und davor zum Osmanischen Reich. Niemand sprach vor 1967 von „palästinensischem Gebiet“. Selbst wenn man noch weiter in die Geschichte zurückgeht – bis zu den Hethitern, Girgaschitern, Amoritern, Kanaanitern, Perisitern, Hiwitern oder Jebusitern –, waren diese Gebiete, abgesehen von der rein geografischen Bezeichnung „Palästina“, nie Teil eines palästinensischen Staates.
Eine zweite Schwierigkeit zeigt sich bei der praktischen Umsetzung solcher Regelungen. Wie sollen entsprechende Produkte überhaupt erkannt und klassifiziert werden? Wo verlaufen die geografischen Grenzen, und worauf stützt sich eine solche Zuordnung?
Und wie verhält es sich beispielsweise mit:
- Produkten eines Unternehmens, dessen Hauptsitz ausserhalb dieser Gebiete liegt, das dort jedoch Filialen oder Produktionsstätten betreibt?
- Produkten, die nur teilweise dort entstanden sind? Milch von Kühen etwa, die zeitweise dort gegrast haben?
- Produkten von Bauernhöfen oder Produktionsbetrieben, deren Betrieb oder deren formeller Besitz auf einen Araber übertragen worden ist?
- Produkten, die ausserhalb dieser Gebiete hergestellt wurden, deren Saatgut, Setzlinge oder Dünger jedoch von dort stammen?
- Produkten, die zwar ausserhalb dieser Gebiete hergestellt werden, deren Produzenten oder Mitarbeitende jedoch dort wohnen oder deren Unternehmen dort Niederlassungen unterhalten?
Und schliesslich: Wie will man sicherstellen, dass solche Produkte nicht nach Kern-Israel „geschmuggelt“ und erst unmittelbar vor dem Export etikettiert werden?
Der Schritt von einem Boykott einzelner Produkte zu einem generellen Boykott israelischer Produkte ist deutlich kleiner, als man zunächst annehmen könnte. Entsprechende Forderungen werden bereits heute offen erhoben.
Doch nun zum eigentlichen Thema dieses Artikels: Was ist “Siedlergewalt” eigentlich und worauf stützt sich dieser Vorwurf?
Worauf stützen sich die Zahlen zur “Siedlergewalt”?
Die Zahlen, auf die sich die UNO abstützt, stammen von OCHA, dem Büro der Vereinten Nationen für die “Koordinierung humanitärer Angelegenheiten”.
Laut ihren eigenen Angaben stützt sich OCHA auf “eine Vielzahl von Quellen, darunter palästinensische Behörden, palästinensische Bezirkskoordinierungsbüros (DCO), UN-Organisationen, Menschenrechtsorganisationen und Medienberichte”.
Damit beruhen die Statistiken zu einem wesentlichen Teil auf Informationen, die aus palästinensischen oder regierungskritischen Quellen stammen. OCHA erläutert hiermit zwar vage die Herkunft der Meldungen, beschreibt jedoch kein Verfahren, mit dem solche Meldungen unabhängig überprüft oder systematisch mit israelischen Angaben abgeglichen würde.

Auf dieser Grundlage präsentiert OCHA den in den vergangenen Jahren dokumentierten Anstieg der sogenannten „Siedlergewalt“.
Was dieser Statistik fehlt, ist eine Gegenüberstellung mit palästinensischer Gewalt gegen Juden. Erst dieser Vergleich würde ein vollständiges Gesamtbild ermöglichen.
Die OCHA-Statistik zeigt damit einen Teil der Realität. Sie beantwortet jedoch nicht die Frage, welchem Ausmass an palästinensischer Gewalt die jüdische Bevölkerung in Judäa und Samaria ausgesetzt ist.
Hierzu veröffentlicht die Israel Security Agency (Shin Bet) eigene Statistiken, die die von palästinensischen Tätern ausgehenden Angriffe dokumentieren.

Die zweite Statistik zeigt, dass die Sicherheitslage in Judäa und Samaria nicht allein durch sogenannte „Siedlergewalt“ geprägt ist. Im Jahr 2024 wurden tausende palästinensische Angriffe auf Juden dokumentiert. Darunter befanden sich neben Steinwürfen auch Hunderte von Molotowcocktail-, Sprengstoff- und Schusswaffenangriffen sowie Messer- und Fahrzeugattacken.
Beide Statistiken beruhen auf unterschiedlichen Quellen und Erfassungsmethoden und sind daher nicht unmittelbar vergleichbar. Sie machen jedoch deutlich, dass ein vollständiges Bild der Sicherheitslage nur dann entstehen kann, wenn Gewalt gegen beide Bevölkerungsgruppen gleichermassen berücksichtigt wird.
Wer die Situation in Judäa und Samaria verstehen will, muss deshalb beide Perspektiven betrachten. Eine Statistik alleine kann nur einen Teil der Realität abbilden.
Was wird in den Statistiken der UNO als “Siedlergewalt” gezählt?
Wir haben uns bereits daran gewöhnt, dass Juden in Judäa und Samaria als “Siedler” bezeichnet werden, Araber hingegen nicht. Demzufolge wird arabische Gewalt gegen Juden nicht als “Siedlergewalt” bezeichnet.
Es ist übrigens bezeichnend, dass es für nationalistisch motivierte Gewalttaten einen eigenen Begriff gibt, wenn die Täter Juden sind („Siedlergewalt“), nicht jedoch, wenn die Täter Palästinenser sind. Rein sprachlich müsste das Gegenstück entweder „Nomadengewalt“ lauten (wer nicht siedelt, ist Nomade) oder – realistischer – schlicht „Palästinensergewalt“. Ein solcher Begriff hat sich jedoch nie etabliert.
Für das Jahr 2024 dokumentiert OCHA 1’449 Fälle sogenannter „Siedlergewalt“. Für denselben Zeitraum verzeichnen israelische Sicherheitsstatistiken 6’343 palästinensische Angriffe auf Juden in Judäa und Samaria. Von den letzteren wird deutlich seltener berichtet.
Doch was genau versteht OCHA unter „Siedlergewalt“? Die von OCHA veröffentlichten Zahlen beantworten diese Frage nicht. Für eine sachliche Interpretation ist jedoch entscheidend, was für Ereignisse überhaupt in diese Statistik aufgenommen werden.
Die Daten der von der israelischen Polizei bei einem Gericht eingereichten Vorfälle aus den Jahren 2014 bis 2024 wurden in einer Untersuchung von Regavim detailliert analysiert und mit den Angaben von OCHA verglichen. Das Ergebnis ist überraschend:
- In dieser Zeit wurden gesamthaft 1’356 Vorfälle wegen Verdacht auf “Siedlergewalt” registriert.
- Bei 537 dieser Vorfälle wurde der Verdacht auf nationalistisch motivierte Gewalt (Siedlergewalt) weiterhin verfolgt. Der Rest betraf normale kriminelle Vorfälle wie Fahrzeugdiebstahl, Drogendelikte und ähnliches.
- Als Gründe für die Einstellung dieser Verfahren wurden genannt: „Umstände, die eine Strafverfolgung nicht rechtfertigen“ (8%), Beweismangel (19%) oder unbekannter Täter (72%)”. Dieses Verhältnis entspricht in etwa dem nationalen Durchschnitt für solche Verfahrenseinstellungen, sowohl bei jüdischen als auch bei palästinensischen nationalistisch motivierten Straftaten.
- Rund die Hälfte aller weiterverfolgten Verfahren führte schliesslich zu einer Verurteilung. Auch diese Quote entspricht ungefähr jener bei palästinensischer Gewalt.
- Die Verurteilungsrate für nationalistisch motivierte Straftaten – sowohl jüdische als auch arabische – liegt bei etwa 50% aller eingereichten Anklagen und damit deutlich unter der nationalen Verurteilungsrate von rund 85%. Dieses verzerrte Verhältnis ist auf die überhöhte Anzahl ungerechtfertigter Anzeigen zurückzuführen.
Darüber hinaus verweist die Untersuchung auf zwei weitere Beobachtungen:
- Mehrere hochrangige Polizeibeamte erklärten wiederholt, dass sich die überwiegende Mehrheit der eingegangenen Beschwerden über jüdische Gewalt in Judäa und Samaria aufgrund der Ermittlungsergebnisse als unbegründet erwiesen habe. Zahlreiche Verfahren seien deshalb eingestellt oder gar nicht erst weiterverfolgt worden. Sie führten dies unter anderem auf die Aktivitäten linker Bewegungen und anarchistischer Gruppen zurück.
- Eine vergleichende Analyse der Daten des Knesset-Forschungs- und Informationszentrums mit den Daten von Jesch Din zeigt, dass die Beschwerderate von Arabern in Judäa und Samaria deutlich höher ist als im Rest des Landes. Die Tatsache, dass ein sehr hoher Prozentsatz dieser Beschwerden ergebnislos bleibt, lässt vermuten, dass dies eher auf die intensive Aktivität von Provokateuren und die Instrumentalisierung von „Lawfare“-Taktiken durch palästinistische Organisationen zur Delegitimierung des israelischen Sicherheitssystems zurückzuführen ist als auf ein erhöhtes Mass an Gewalt durch Israelis in Judäa und Samaria.
Zur Anschauung verlinke ich hier exemplarisch einen Artikel über “Siedlergewalt” aus der linken Zeitung Tachles. Folgendes fällt mir dabei auf:
- Eine Recherche im Internet über einen Herrn “Kusai Abu al-Khabash” zeigt mir vorerst keine Resultate. Für ein Ereignis mit den im Artikel geschilderten schweren Misshandlungen erscheint diese geringe mediale Resonanz zumindest ungewöhnlich.
- Erst bei Reddit wurde ich schliesslich fündig: Hinter einer Bezahlschranke bei HaAretz hat Gideon Levy, einer der umstrittensten Journalisten Israels, darüber berichtet.
- Der Bericht erwähnt Aktivisten der Organisation “Jordan Valley Activists”, die sich “zufälligerweise” zu diesem Zeitpunkt in diesem Zeltlager befanden. Bei ihrem Facebook-Accunt lässt sich nachlesen, was für Ziele diese Gruppe verfolgt. Ob diese Gruppe mit “Jordan Valley Solidarity” verbündet ist, ist mir nicht bekannt, es läge jedoch sehr nahe.
- Jordan Valley Solidarity berichtete am 8. April 2021 wie folgt: “Im vergangenen Februar zerstörten die israelischen Besatzungsbehörden Humsa, eine Beduinensiedlung im nördlichen Jordantal…”. Mit der Aussage in Tachles, wonach diese Familien seit 60 Jahren dort lebten, stimmt das nicht überein.
- Sehr seltsam ist auch dieser Absatz: “Eine der amerikanischen Freiwilligen erreichte am frühen Morgen des folgenden Tages die nächste Polizeistation und gab eine ausführliche Aussage ab. Sie verliess Israel unmittelbar danach, weil sie befürchtete, festgenommen zu werden, und kehrte in die Vereinigten Staaten zurück”. Der Artikel erklärt ihre sofortige Ausreise also damit, sie habe eine Festnahme befürchtet. Weshalb eine Zeugin nach einer wahrheitsgetreuen Aussage bei der Polizei eine Festnahme befürchtete, bleibt unerklärt.
- Befremdlich ist auch, dass eine andere palästinistische Quelle diesen Vorfall unterschiedlich schildert. Von nackt ausziehen und den Penis quälen wird hier nichts berichtet und was bei Tachles zwei amerikanissche Aktivisten sind, sind bei “Palestine uncensored” ein amerikanischer und ein portugiesischer Aktivist.
- Tachles: “Nachdem Kusais Aussage in der internationalen Presse erschienen war, wurde über den Angriff auch in Israel berichtet, allerdings nur von «Haaretz». Seltsam bloss, dass Google mir nirgends einen derartigen Artikel anzeigt.
- Falsch ist auch die Aussage, es handle sich bei diesen Familien um Palästinenser. Es sind Beduinen, nicht Palästinenser. Es ist zwar nicht unmöglich, jedoch äusserst ungewöhnlich, dass Beduinen Privatland besitzen.
- Nebst Homsa berichtet der Tachles-Autor (Ari Folman) auch über andere beduinische Siedlungen und bezeichnet sie als “palästinensisch”:
– Hadidiya,
– Farasia,
– Ein al-Hilwe,
– Hamra und
– Samra - Weiter in diesem Artikel: “Die Uhr tickt bis zu den Wahlen am 27. Oktober. Aus Angst vor einer Wahlniederlage scheint die Regierung entschlossen, die ethnische Säuberung dieser palästinensischen Hirtengemeinschaften abzuschliessen, bevor die Wähler an die Urnen gehen”. Das ist vollkommener Unsinn, denn Palästinenser sind in Israel nicht wahlberechtigt (ausser, unter Umständen, auf lokaler Ebene).
- Und: “Ein Hirte, der mit seiner Herde über offene Hügel zieht, steht für Freiheit. Und genau diese Freiheit muss beseitigt werden”. Ein idealistisches Bild, das so sogar zutreffen mag. Beseitigt werden muss diese Freiheit jedoch nur dann, wenn dieser “Palästinenser” dabei israelisches Staatsland beansprucht oder es sich aneignen will.
- Der letzte Absatz macht deutlich, welches politische Ziel der Autor (Ari Folman – wer sich für seine politischen Positionen interessiert, findet zahlreiche Beiträge von ihm, unter anderem auch auf marxists.org) verfolgt: “Die Wahl am 27. Oktober rückt rasch näher, und die Aussicht auf eine Wahlniederlage scheint näher denn je. Dieser Artikel ist ein Hilferuf, denn die jüngsten Ereignisse haben gezeigt: Nur internationaler Druck kann die totale Zerstörung stoppen, die die derzeitige Regierung betreibt”. Der Autor verbindet seine Schilderung ausdrücklich mit dem Appell, internationalen Druck auf Israel auszuüben, um einen politischen Kurswechsel herbeizuführen. Ob die von ihm zitierten Ereignisse den Tatsachen entsprechen, lässt sich anhand seines Artikels jedoch nicht überprüfen.
Aussagen von Siedlern und Sicherheitskräften
Bislang konnten erst wenige derjenigen, die an Angriffen auf palästinensische Siedlungen beteiligt waren, identifiziert und festgenommen werden. Solche Vorfälle dauern oft nur wenige Minuten und die Angreifer sind maskiert. Bis israelische Sicherheitskräfte am Einsatzort eintreffen, sind die Täter in aller Regel bereits verschwunden.
Hinzu kommt, dass sich einzelne Vorfälle, die zunächst jüdischen „Siedlern“ zugeschrieben wurden, später als innerpalästinensische Clanfehden oder andere Auseinandersetzungen herausstellten. Für solche Vorfälle werden dann oft und gerne “jüdische Siedler” beschuldigt.
Mehrere in der Nähe wohnhafte Israelis bestreiten zudem, dass es sich bei den Tätern um Jugendliche aus ihren eigenen Ortschaften handelt. Nach ihrer Einschätzung stammen viele dieser Randalierer von ausserhalb. Entsprechende Aufrufe in Kommunikationskanälen scheinen diese Einschätzung zu bestätigen.
Auch aus Polizeikreisen wird vereinzelt die Möglichkeit geäussert, dass sich unter den Tätern sogenannte Agents Provocateurs aus dem linksextremen Spektrum befinden könnten. Gesicherte Belege, eindeutige Identifizierungen oder gar Festnahmen liegen hierfür bislang jedoch nicht vor.
Beide, “Siedler” und auch Sicherheitskräfte, sprechen bei diesen gewalttätigen “Siedlergruppen” von einer recht aktiven Gruppe von 100 bis 200 Leuten.
Eine interessante Auswertung der B’Tselem-Datenbank (B’Tselem ist eine der Organisationen, deren Meldungen in die Datengrundlage von OCHA einfliessen) hat Leah Zakh Aharoni auf Facebook veröffentlicht. Nach Durchsicht aller (derzeit 134) dort dokumentierten Todesfälle seit dem Jahr 2000 kommt sie zum Schluss, dass zahlreiche Fälle in der öffentlichen Debatte unter dem Begriff „Siedlergewalt“ zusammengefasst werden, obwohl sie nach ihrer Einordnung andere Sachverhalte betreffen (z. B. vereitelte Terroranschläge oder gewaltsame Landkonflikte).
Als Vergleich: Hier die Gesamtübersicht über die (derzeit 1’529) Todesopfer palästinensischer Terroranschläge seit dem Jahr 2000 gegen israelische Zivilisten.
Was auch recht häufig vorkommt, ist, dass eine Gruppe von “Siedlern” in eine palästinensische Siedlung einfällt, um dort ihre Schafe (meistens sind es Schafe) zurückzuholen, die von Palästinensern gestohlen worden sind. Solche Aktionen arten häufig in Gewalt aus, weil die Bewohner diese Schafe nicht herausrücken wollen.
Schlussbemerkung
Der Begriff „Siedlergewalt“ erfüllt heute nicht nur eine beschreibende, sondern auch eine politische Funktion. Die regelmässige Verwendung dieses Begriffs in Verbindung mit Kampagnen, Boykottforderungen oder Appellen zu internationalem Druck zeigt, dass er allzuoft Teil einer politischen Agenda ist und nicht eine kritische Beschreibung der Situation in Judäa und Samaria.
So hat sich der Begriff in den vergangenen Jahren zu einem festen Bestandteil der internationalen Berichterstattung entwickelt. Politiker, Medien und internationale Organisationen greifen regelmässig auf diesbezügliche Statistiken zurück, ohne deren Aussagekraft näher zu hinterfragen.
Die Analyse zeigt, dass in aller Regel nackte Zahlen ohne nähere Erläuterung übernommen werden. Welche Ereignisse tatsächlich erfasst werden, welche Definitionen angewendet werden und welche Formen der Gewalt in diesen Statistiken gar nicht erfasst werden, bleibt dabei unerwähnt.
Umso wichtiger ist es, die zugrunde liegenden Daten und deren Aussagekraft kritisch zu hinterfragen.
Eine sachliche Beurteilung der Sicherheitslage in Judäa und Samaria erfordert deutlich mehr als die Betrachtung einer einzelnen Statistik. Erst die Gegenüberstellung verschiedener Quellen, die Prüfung ihrer Methodik und die kritische Analyse konkreter Einzelfälle ermöglichen ein wirklichkeitsnahes Bild der Realität.
Wer den Begriff „Siedlergewalt“ verwendet, sollte sich deshalb bewusst sein, dass bereits die Definition dieses Begriffs eine Auswahl trifft – und dass diese Auswahl bereits bestimmt, was ausgeblendet wird.
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Oh bitte, jeder weiß, dass Juden das Recht haben, auf ihrem eigenen Land Schafe zu hüten und die Thora zu studieren, solange sie wollen. Die vereinten Nationen sind längst unterwandert. Im übrigen sind Sozialisten immer und generell Zionisten, die genannten Personen haben mit Sozialismus absolut nichts gemein. Wer sich mit den Moslembrüderschaften gemein macht, ist der Feind und als solcher zu bekämpfen. Kein Sozialist macht sich mit Nazis gemein. Das ist Kollaboration und Verrat. Diese selbst ernannten….Personen…sind also Kollaborateure und Verräter, die sich mit islamistischen Nazis gemein machen. Nieder mit ihnen.
Liebe Frau Susanne
Es ehrt Sie, dass die Moslembruderschaft auch für Sie keine valable Option ist.
Wie für mich auch nicht.
Jedoch Grossreiche, und darauf zielt ja ein sozialistischer Grosskomplex anstatt der Existenz von Nationen letztlich ab, sind früher oder später immer an sich selber gescheitert.
Und die Begriffe ” Gleichheit aller Menschen” und
” Gleichwertigkeit aller Menschen”
sind auch nicht dasselbe, weil:
Bei der Gleichheit aller Menschen
Ist nicht auszumachen, was damit gemeint ist.
Ob damit gemeint ist, dass alle gleich sind , oder zu sein haben oder dass lediglich vor Gericht alle Menschen alle gleich sind.
Bei der ” Gleichwertigkeit aller Menschen” wird schon klarer, dass damit gemeint ist, dass in ihrer Individualität allen Menschen der gleiche Wert und das gleiche Recht, sich zu entfalten und an der Gesellschaft zu partizipieren, zugestanden wird.
Letzteres ist im real existierenden Sozialismus, wie die Geschichte ja auch zeigt, nicht der Fall
Liebe Frau Rösli,
von Gleichheit würde ich niemals sprechen sondern von Gleichwertigkeit. Menschen sind nun Mal verschieden, aber gleichwertig. Gleich sind wir nur im Tod. Zum Glück gibt es das Leben. Die DDR hatte nichts mit Sozialismus zu tun. Es war ein autoritärer Staat, der Westdeutschland sehr ähnlich war. Und was den Sozialismus angeht möchte ich darauf hinweisen das meine genossen im petrowgrader Sowjet friedlich und konstruktiv mit Kerensky zusammen gearbeitet haben. Bis uns Ludendorff den Oktoberputsch und einen Bürgerkrieg beschert hat. Das war und ist eine Katastrophe. Die Folgen sind bekannt. Aber ich möchte bitten auch uns nicht mit doppelten Standards zu betrachten.
Auch wenn ich vieles gleich sehe wie du, bei der generellen Aussage “Im übrigen sind Sozialisten immer und generell Zionisten” widerspreche ich jedoch vehement.
Sozialisten sind in aller Regel “Internationalisten” (“Hoch die sozialistische Internationale!”), sind also Gegner des Nationen-Prinzips (das sie oft als “rechts” bezeichnen und deren Verfechter als Nazis), wonach jedes Volk ein Recht auf Freiheit und Selbstbestimmung haben soll.
In ihrem Weltbild steht zuoberst eine sozialistische Weltregierung, die den einzelnen Nationen nur wenig Selbstbestimmung zulassen soll.
Das widerspricht dem zionistischen Weltbild diametral, denn dieses bezieht sich auf das Recht aller Völker auf Selbstbestimmung in Freiheit. Die Nationen nicht nur DÜRFEN, sondern SOLLEN sich unterscheiden können.
Dankeschön, dass du mir mein Weltbild erklärst. Erstens sind wir nicht mehr im 19. Jahrhundert, als die Kriege zwischen den neu erstandenen Nationalstaaten verhindert werden sollten. Zweitens waren die jüdischen Genossen skeptisch, wohl gemerkt im 19. Jahrhundert, weil sie fürchteten dass es im Zionismus keinen Platz für Arme gäbe und Juden aus Äthiopien oder dem Mashrek ausgegrenzt würden. Drittens wurden nach 1917 die Karten neu gemischt, also den Pogromen in Jerusalem, podolien und Algerien. Viertens heisst internationalismus nach auschwitz die Gleichwertigkeit der Menschen. Da die Moslembrüderschaften nicht gleich sein wollen und diese Verräter vielen menschen das gleichsein absprechen, sind es keine internationalisten, es sind gefährliche nationalisten und terroristen. Und fünftens sind die Moslembrüderschaften kein Volk, sondern eine gefährliche politische Gruppe die international agiert. Volk ist keine Klasse und auch die sagt an sich nichts aus.
Ich sehe, dass wir hier diametral anderer Meinung sind.
Für mich das OK: Unterschiedliche Meinungen sind normal. Eigentlich ist es der Normalfall im menschlichen Zusammenleben.
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In der Systematik (WOHL ABER IM INHALT!) sehe ich keinen grossen Unterschied zwischen der Muslimbrüderschaft und dem Sozialismus.
Beide Systeme verfolgen ein Konzept, dass ihre Ideologie die einzig richtige sei und in der ganzen Welt implementiert werden müsse.
Bei den Sozialisten sehen wir das zum Beispiel daran, dass sie in aller Regel internationale Organisationen (UNO, EU, ICC, “internationale Menschenrechte”, etc.) unterstützen und nationale Freiheiten damit einzuschränken suchen.
Nicht eine Nation, soll über seine Implementation von “allgemeinen Rechten” in ihrem Land entscheiden dürfen, sondern eine internationale Organisation soll das festlegen und auch kontrollieren und durchsetzen können.
Solches bezeichne ich als “Internationalismus”: Angestrebt wird eine “Weltregierung”: Gleiche Gesetze überall. Sozialistische Gesetze bei den Sozialisten, Scharia bei den Muslimbrüdern. Wie gesagt: Der Inhalt ist unterschiedlich, doch das Konzeptionelle dahinter ist gleich.
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Wenn ich ganz böse sein will, könnte ich behaupten, heutige deutsche Sozialisten haben das “N” (für national) der NSDAP durch ein “I” (für international) ersetzt und grenzen sich jetzt damit von Nazis ab.
Ganz so falsch ist diese Feststellung nicht…
Ich erkläre es gerne noch einmal. Nein, ich bin nicht der Meinung, dass der Sozialismus das einzige Richtige ist, es ist eine Option, die ich gewählt habe. Es gibt auch andere Optionen. Du verwechselst Sozialismus mit Sozialrevolutionären und AnarchistInnen. Was für die einen falsch ist, kann für die anderen Richtig sein, das ist von Fall zu Fall abzuwägen. Auch vom Internationalismus haben wir diametral gegensätzliche Meinungen. Für mich heißt Internationalismus, dass alle Menschen gleichwertig sind. Nicht dass Organisationen, die nicht einmal demokratisch legitimiert sind, über ein Land bestimmen sollen. Das heißt, du weißt wirklich nichts vom Sozialismus, denn Sozialismus ohne Demokratie und ohne demokratische Willensbildung funktioniert nicht. Ebenso wenig funktioniert Sozialismus ohne Feminismus, also die Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern. Sozialismus ist nie etwas Fertiges, sondern muss ständig neu ausgehandelt werden. Du siehst, du beleidigst mich gerade sehr heftig und das, weil du NICHTS vom Sozialismus weißt.
Was übrigens die NSDAP angeht, so gab es zwischen der KPD und dem Strasserflügel in der Tat große Sympathien und das gilt auch für den Bluthund Noske. Das waren tatsächlich nationale Kommunisten.
Die KPdSU hat hier einen gewaltigen Schaden angerichtet, ebenso wie Herr Uljanow. Der wurde übrigens von der deutschen OHL eingesetzt, sonst hätte es keinen Oktoberputsch gegeben. Und keine “Imperialismustheorie nach Lenin”. Was da heute kolportiert wird, ist tatsächlich eine Form von Sozialrevoluzzertum und Anarchie. Die haben große Sympathien für die Nazis und diese Allianz zwischen Nationalismus, Sozialrevolutionären und enttäuschtem Bürgertum gibt eben Nazis. Die NSDAP war (und ist) wie jede Form des Faschismus ein Projekt der Eliten und des Mittelstandes.
Und das meine Genossen und ich mit diesen Leuten in einen Topf geworfen werden… ist gelinde gesagt eine unglaubliche Unverschämtheit. Also lass den Unsinn. Uljanow hat meine Genossen ermorden lassen, diejenigen, die nach der Tscheka übrig waren. Übrigens haben sich auch schon ganze Talmudschulen den Bolschewiki angeschlossen, nur zur Information. Du weisst gar nichts aber beleidigst wild um dich schlagend, weil diese Sozialrevoluzzer diesmal mit den Moslembruderschaften herummachen, bürgerliche NGOs dieselben Bündnisse eingehen und die internationale Reaktion schon wieder Israel vernichten will. Nun, ich kann nicht anders: Es ist das Land meiner Genossen, wir alle haben uns zum Schutz und zur Verteidigung Israels entschlossen aber das heißt nicht, dass die Bürger als ganz normale Menschen irgendwie klüger, netter oder gebildeter sein müssen als andere Personen. Seufz. Ich verteidige Israel, alle Juden und auch alle jüdischen Israelis, auch wenn ich ständig von diesen beleidigt werde. Seufz.
Sorry, Susanna, ich beleidige dich nicht, sondern stelle deiner Weltanschauung die meinige gegenüber.
Wenn du dich dadurch beleidigt fühlst, habe ich damit nichts zu tun. Deine Gefühle sind alleine deine Gefühle. Dafür bist du verantwortlich, nicht ich. Ich bin dafür verantwortlich, mich selbst nicht provoziert zu fühlen, wenn mich jemand mit einer anderen Meinung konfrontiert.
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Doch zu einem grossen Teil sind wir uns ja einig. Dies dort, wo du über jene sprichst, die heute die Strassen unsicher machen und uns Juden dazu zwingen, uns zu verstecken.
Sie zähle ich zu Sozialisten – du nicht.
…kommt drauf an, wie und wo man diese Grenzen ziehen will.
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Auch deine Aussage “alle Menschen sind gleichwertig” ziehe ich in Zweifel. Ist jemand, der nichts zum Wohlergehen der Gesellschaft, in welcher er lebt, beiträgt sondern nur von ihr profitiert und sie zerstören will, wirklich “gleichwertig” mit jemandem, der dieses System finanziert und am Leben erhält?
Ich bestreite das. Er ist es nicht.
Er mag es bei seiner Geburt gewesen sein, danach jedoch muss sich jeder seinen Wert selbst erarbeiten.
Deine Aussage halte ich deshalb für theoretisch zwar korrekt, in der Praxis jedoch nicht. Nach meiner Wertvorstellung ist jeder selbst dafür verantwortlich, welchen Wert er in der Gesellschaft darstellt und hier gibt es grosse Unterschiede.
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Wie auch immer: Ich bin ein Gegner des Sozialismus. Es gibt kein Land, das unter dieser Ideologie erfolgreich ist.
Ja das Problem habe ich oft, seufz. Nun der Sozialismus ist leider von diesen… nationalen pseudo Kommunisten… diskreditiert. Da ich deine Sichtweisen akzeptiere, wäre es schön, selbst auch akzeptiert zu werden. Ganz besonders weil ich Ben gvir völlig darin übereinstimme, daß die Moslembrüderschaften vollständig besiegt und israelisches Land unbedingt jüdisch besiedelt werden muss. Und natürlich muss es einen Regime Wechsel in Iran geben.
Ich bin mir nicht sicher, wie man mit politischen Kampfbegriffen umgehen soll. Fakten sind nett, erreichen aber den durchschnittlichen Dummbatz nicht. Alternative Begriffe wie “Judäa und Samarien” sind ein guter Anfang.
Vielleicht sollten wir uns angewöhnen die tatsächliche Besatzungsmacht, hier Jordanien und Ägypten, immer mit zu erwähnen um den tatsächlichen Kontext mit auf den Tisch zu bringen.
Also: “das von Jordanien besetzte Gebiet” oder so
Richtig.
“Westjordanland” = “ehemals jordanisch okkupierte Gebiete westlich des Jordans”
“Westjordanland” = “Judäa und Samaria” ist falsch, weil nicht ganz Judäa und Samaria von Jordanien erobert worden ist.
So wird zum Beispiel das ehemalige West-Jerusalen nicht zu Westjordanland (oder Westbank) gezählt.