11.6.2026 – Krieg oder nicht?

Was genau gestern in den USA entschieden worden ist und ob überhaupt etwas entschieden worden ist, ist nach wie vor ziemlich unklar. Doch gehen wir Schritt um Schritt zu den Positionen der drei Schlüsselspielern: den USA, dem Iran und Israel.

Inhalt

USA und Iran

Donald Trump hat in den letzten Wochen verschiedenes publiziert, das sich teilweise zu widersprechen scheint. Wir wissen, dass es zu seiner – übrigens zumeist erfolgreichen – Strategie gehört, seine Kontrahenten zu verwirren. Doch damit verwirrt er natürlich nicht nur den Iran, sondern auch uns Israelis.

Wir wissen nicht, was sich “hinter dem Vorhang” abspielt. Was weiss Netanjahu? Kennt und teilt er Trumps Strategie?

Zum Einen hat Trump mehrmals verlauten lassen, die Verhandlungen mit dem Iran machten gute Fortschritte und könnten schon bald mit einem zufriedenstellenden Ergebnis abgeschlossen werden. Doch wir sehen alle, und die Verlautbarungen aus dem Iran bestätigen es noch und noch, dass hier Stillstand herrscht. So ist es gestern auch aus Katar bestätigt worden: Der Iran habe alle Verhandlungen abgebrochen.

Mehrmals hat Trump aber auch gesagt: “Die Uhr tickt” und der Iran habe nur noch wenig Zeit, einem Verhandlungsergebnis zuzustimmen. Dazu hat er klare Drohungen ausgesprochen. Der Iran werde “in die Steinzeit zurückversetzt” und werde seine Verhandlungsposition schwer bereuen. Doch solchen Worten sind bislang keine Taten erfolgt.

Es ist gut vorstellbar, dass Trump mit seiner ersten Aussage einen Keil zwischen den IRGC und der offiziellen Regierung treiben will. Er sagt dem IRGC damit: “Kuckt, die iranische Regierung gehorcht euch nicht. Hinter eurem Rücken verhandelt sie sehr konstruktiv mit uns”

Doch ob er mit einer solchen Strategie im Iran Erfolg haben kann, ist eher zweifelhaft, denn dort hat er es mit ebenfalls sehr verhandlungsgeschickten Gesprächspartnern zu tun.

Was auch möglich ist, und bei Trumps Überlegungen vermutlich auch eine Rolle spielt, ist die amerikanische Innenpolitik: Es wird wieder Wahlen geben und Trump will nicht als derjenige dastehen, der einen Krieg gegen den Iran begonnen hat.

Er wollte stets verhandeln und hat eine friedliche, diplomatische Lösung angestrebt. Etwas Anderes ist es, wenn er es als Verteidigungskrieg bezeichnen kann.


Doch vorgestern hat sich das alles geändert, nachdem der Iran über der Strasse von Hormus einen amerikanischen Helikopter abgeschossen hat.

Das ist Trump sehr sauer aufgestossen und er hat harte Schläge gegen die iranische Küstenregion angeordnet.


Nachdem der Iran den gezielten Abschuss dieses Helikopters erst stolz bestätigt hat, hat er später verlauten lassen, dieser sei unbeabsichtigt erfolgt.


Als Reaktion auf die US-Luftangriffe der vergangenen Nacht im Süden Irans griff der Iran US-Stützpunkte in Bahrain, Jordanien und Kuwait an.

Die iranischen Revolutionsgarden behaupten, 21 US-Ziele auf US-Stützpunkten in der Region angegriffen zu haben:

  1. In Jordanien – den Luftwaffenstützpunkt Muwaffaq Salti, wo sie nach eigenen Angaben Hangars für F-35-Kampfjets und ein Kommandozentrum mit ballistischen Raketen attackiert haben.
  2. In Bahrain – wo sie nach eigenen Angaben das Hauptquartier der US-Fünften Flotte mit Drohnen angegriffen haben.
  3. In Kuwait – wo sie nach eigenen Angaben den Luftwaffenstützpunkt Ali Al Salem mit Raketen und Drohnen angegriffen haben.

Die USA bestreiten diese Angaben. Es seien kaum Schäden zu verzeichnen gewesen.


Seither gibt es einen heftigen Schlagabtausch zwischen den USA und dem Iran.

Seit zwei Tagen fliegen die USA heftige Angriffe auf militärische Anlagen, doch was genau angegriffen worden ist und wie gross die Schäden sind ist nur teilweise bekannt.

Präsident Trump scheint mit der Geduld am Ende:

“Sie haben zu lange für die Verhandlungen gebraucht, jetzt müssen sie die Konsequenzen tragen!”


Auch die Blockade der Strasse von Hormus für iranische Importe und Exporte wird strikt durchgeführt.

Das US-Zentralkommando: “Gestern haben wir einen Öltanker mit einem Kampfflugzeug angegriffen, der versucht hatte, die Blockade zu durchbrechen und Öl aus dem Iran durch die Straße von Hormus zu transportieren.

Das Flugzeug feuerte eine Präzisionsrakete auf den Maschinenraum des Öltankers ab

Gleichzeitig suchen die USA, die iranische Blockade zu durchbrechen. Präsident Trump verkündet, dass 100 Millionen Barrel Öl an Bord von über 200 Öltankern die Strasse von Hormus passiert haben, ohne dass die Iraner sie aufhalten konnten.


Ebrahim Azizi, der Vorsitzende des Nationalen Sicherheitsausschusses im iranischen Parlament, reagiert auf die amerikanischen Aktionen und Drohungen mit der Gegendrohung, Amerikaner zu töten und den Krieg über die Region hinaus auszuweiten.


Zu den amerikanischen Angriffen im Iran letzte Nacht:

  • Das US-Zentralkommando griff letzte Nacht Ziele im gesamten Iran mit Tomahawk-Marschflugkörpern und amerikanischen Kampfflugzeugen an.
  • Die Angriffe waren umfangreicher als die der Nacht zuvor.
  • Der Schwerpunkt der Angriffe lag hauptsächlich auf dem Süden des Irans. Anders als in der Nacht zuvor gibt es jedoch Berichte über Angriffe auch im Gebiet von Karaj im Westen Teherans – es existieren auch Dokumente dazu.
  • Das US-Zentralkommando gab bekannt, dass es iranische militärische Aufklärungs- und Überwachungseinrichtungen, Kommunikationssysteme und Luftverteidigungsstellungen im ganzen Land angegriffen habe.
  • Der Fokus lag auf Zielen, die eine Bedrohung für amerikanische Streitkräfte und den internationalen Schiffsverkehr in Hormus darstellten.

Präsident Trump äusserte sich gestern Abend während der Angriffe im Iran gegenüber Fox News und sagte:

„Wenn die Iraner kein Abkommen unterzeichnen, dann werden wir sie morgen Nacht bombardieren“

Er fügte hinzu, die Iraner hätten ihn angerufen und gebeten, die Angriffe einzustellen [was die Iraner offiziell dementieren]. Er betonte ausserdem, Israel sei an den Angriffen nicht beteiligt {womit er Israel aus der Schusslinie bringen will].

Vor Kurzem hat Trump angekündigt, er werde die Insel Kharg erobern. Damit würde der Irn seine Haupteinnahmequelle aus dem Erdölexport verlieren. Er wolle das seit Langem schon, sagte er, es sei ein gutes Geschäft, er wisse bloss nicht, ob die Mehrheit der Amerikaner das auch unterstützen würden. Auf der Insel wurden Explosionen gemeldet.

Und heute Nacht, so hat Trump angekündigt, werden die USA heftige Angriffe auf den Iran starten. Morgen werden wir wissen, wie das ausgegangen ist.

Israel

Und was tut Israel inzwischen?

Gewehr bei Fuss abwarten. Israel hat im Libanon genug zu tun, wo es die Hisbollah bekämpft und Stück um Stück aus dem Süden zurückdrängt.

Vielleicht ist das mit den USA so abgesprochen: Im Iran liegt der Ball jetzt bei den USA und Israel kann sich auf die iranischen Proxies im Norden konzentrieren. Der Iran hat für seinen Beschuss auf Israel noch in derselben Nacht teuer bezahlt und damit ist genug für den Moment.

Doch vielleicht stimmt auch dies nicht, denn es wird von Kampfjets im Südosten des Irak berichtet. Es werden kaum amerikanische Jets sein, die dort ihre Einsätze fliegen. Doch Genaues wissen wir nicht.


Inzwischen stelle ich euch Moshe Feiglin vor. Im Herbst stehen Wahlen bevor und er zeigt sich jetzt mit seiner Partei “Zehut” vermehrt in der Öffentlichkeit.

Zehut hat es in den vergangenen Wahlen nicht in die Knesset geschafft, doch diesmal könnte sich das ändern. Diesbezüglich hängt sehr viel von den Koalitionen und Wahlbündnissen ab, die sich in den nächsten Wochen und Monaten bilden werden. Insbesondere die kleineren Parteien werden sich darum bemühen.

Eine andere Partei, die es zu beobachten gilt, ist die Partei “Oz” von Einat Wilff. Sie reist zurzeit mit ihrer Initiative “Peace Not Now!” durch’s Land, wo sie viele Vorträge hält, und auch in diversen WhasApp-Gruppen ist sie und ihre noch junge Partei sehr aktiv.

Diese beiden Parteien verfolgen eine dezidiert zionistische Politik und passen damit recht gut zu Otzma (Itamar Ben Gvir) und den Nationalreligiösen (Bezalel Smotrich).


Und, als würde as jemanden von euch interessieren: Amnesty International hat ein neues Kapitel in ihren gesammelten Werken des Antizionismus eröffnet. Es nennt sich: “Israel bereitet die formelle Annexion des Westjordanlandes” vor. Als könne man etwas annektieren, das einem gemäs internationalem Recht ohnehin bereits gehört.

Es kann nicht verwundern, dass die “Tachles” genüsslich darüber berichtet. Toll! Wieder etwas gefunden, womit man die “ultrarechte” israelische Regierung angreifen kann!


Übrigens: Warum ist Antizionismus antisemitisch? Ist er das überhaupt?

Die Antwort kann nicht schwer fallen: Ist es antisemitisch, dem jüdischen Volk das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit und Sicherheit zu verwehren?

Wäre es antiungarisch, dieses Recht dem ungarischen Volk zu verwehren? Oder wie würde man das bezeichnen?

“Franzosen raus aus Frankreich!” Wäre so etwas franzosenfeindlich?

Ich weiss, solche Vergleiche sind nicht angebracht, denn bei Ungarn, Franzose, Briten usw. handelt es sich nicht um Juden.

Und genau deshalb ist Antizionismus antisemitisch.

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