26.6.2026 – Historisches Abkommen zwischen Israel und dem Libanon

Nach den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran ist nun eingetreten, worauf ich bereits mehrfach hingewiesen habe: Zwischen Israel, dem Libanon und den USA ist ein historisches Vertragswerk in Kraft getreten.

Vorgestern (USA Zeit) hat der amerikanische Staatssekretär und Sicherheitsberater Marco Rubio verkündet, dass Israel und der Libanon „eine mutige Entscheidung getroffen und sich auf einen Rahmen geeinigt haben, der einen realistischen Weg aus dem endlosen Konflikt aufzeigt“ und er sagt dazu: „Die Vereinigten Staaten würdigen den Mut der beiden souveränen Regierungen, diesen Schritt unternommen zu haben, um den Kreislauf der Gewalt ein für alle Mal zu durchbrechen. Die Vereinigten Staaten werden sich weiterhin uneingeschränkt engagieren und erhebliche Ressourcen bereitstellen, darunter Soforthilfe in Höhe von 100 Millionen US-Dollar in Abstimmung mit den Vereinten Nationen“

Israel und der Libanon befinden sich seit 1948, also seit Israels Staatsgründung, im Krieg und der Libanon hat Israels Existenzrecht bislang nicht anerkannt. Die Unterzeichnung dieses Vertrages, in welchem der Libanon Israels Existenz erstmals anerkennt, ist demnach ein historisches Ereignis, dem nicht genug Bedeutung zugesprochen werden kann.

Dieser Artikel beleuchtet die Bedeutung dieses Abkommens für die drei Akteure, den Iran und den gesamten Nahen Osten.

Die Bedeutung für Israel

Für Israel bedeutet dieses Abkommen in erster Linie, dass seine Aktionen gegen die Hisbollah im Libanon nun bilateral geregelt sind und damit einen klaren rechtlichen Rahmen erhalten. Alle Vorwürfe, die israelische Armee handle im Libanon „völkerrechtswidrig“, verlieren dadurch ihre Grundlage.

Ebenso wichtig ist jedoch die militärische Bedeutung der betroffenen Gebiete. Die nachfolgende Karte zeigt, weshalb Israel diesen Bereich nicht einfach räumen will.

Diese Karte zeigt die Grenze der libanesischen Gebiete, die gegenwärtig unter israelischer Kontrolle stehen (gelbe Linie).

Die blaue Linie zeigt die von der UNO im Jahr 2000 festgelegte Rückzugslinie Israels zwischen den beiden Ländern.

In rot gekennzeichnet sind die Gebiete, aus denen die IDF sich in einem Pilotversuch zurückziehen und die Kontrolle an die libanesische Armee übergeben wird.


Im Osten dieser Karte hat die IDF zwei sehr wichtige unterirdische militärischem Anlagen der Hisbollah in harten Kämpfen erobert. Die eine befindet sich unter dem Beaufort Ridge, die andere unter dem Ali al-Taher Ridge. Diese beiden Höhenzüge bilden praktisch einen zusammenhängenden strategischen Komplex südlich von Nabatieh.

Über einen Zeitraum von vermutlich mehr als zwanzig Jahren hat die Hisbollah dort ein riesiges unterirdisches Militärsystem errichtet. Die Tunnel sind teilweise gross genug für Lastwagen und leistungsfähige Raketenwerfer. Nebst umfangreichen Waffenlagern wurden Mannschaftsunterkünfte, Kommandoposten und sogar unterirdische Krankenhäuser entdeckt.

All diese Anlagen befinden sich nur wenige Kilometer von der israelischen Grenze entfernt und waren offensichtlich darauf ausgelegt, als Ausgangspunkt für einen Angriff auf Israel und die Eroberung von Teilen Galiläas zu dienen.

Nach israelischen Angaben sollen sich derzeit noch zahlreiche Hisbollah-Kämpfer in Teilen des Tunnelsystems unter dem Ali al-Taher Ridge befinden. Sollten die Zugänge dauerhaft bewacht bleiben, hätten sie nur die Möglichkeit, sich entweder zu ergeben oder in den Tunneln zu verhungern.

Die Bedeutung für den Libanon

Der Libanon steht wirtschaftlich und politisch am Abgrund. Die Wirtschaft liegt am Boden, ein grosser Teil der Bevölkerung lebt in Armut und das Land ist innerlich tief gespalten. Der Regierung fehlt die Kraft, die desolate Situation aus eigener Kraft zu verbessern. Sie ist auf ausländische Unterstützung angewiesen.

Ausländische „Hilfe“ kam bislang vor allem aus dem Iran. Nach der islamischen Revolution vor rund 45 Jahren gründete er im Libanon die Hisbollah, rüstete sie auf, finanzierte sie, prägte ihre Ideologie und bezahlte ihre Kämpfer. Die schiitische Hisbollah gewann dadurch immer mehr Macht. Sie errang Sitze im Parlament, verfügt über grossen politischen Einfluss, hat etliche bezahlte Marionetten in vielen wichtigen Positionen (auch in der Armeespitze) und ist militärisch inzwischen stärker als die reguläre libanesische Armee.

Unter der schiitischen Bevölkerung geniessst die Hisbollah grosse Unterstützung. Schiiten stellen jedoch nur etwa einen Drittel der libanesischen Bevölkerung. Genaue Zahlen existieren nicht, da der Libanon seit 1932 keine Volkszählung nach Religionszugehörigkeit mehr durchgeführt hat, doch Schätzungen gehen von etwa folgender Verteilung aus:

  • Schiiten: 30%
  • Sunniten: 30%
  • Christen: 30%
  • Drusen: 5%
  • Alawiten und andere: 1%

Zudem trägt der Libanon eine der weltweit höchsten Flüchtlingslasten:

  • Syrische Flüchtlinge: 1.3 Mio
  • „Palästinensische“ Flüchtlinge: 220’000
  • Andere (Irak, Sudan, u.A.): 10’000 bis 15’000.

Dieses Abkommen eröffnet dem Libanon die Aussicht auf umfangreiche internationale Unterstützung beim Wiederaufbau des Landes. Gleichzeitig bietet es dem Staat die Chance, seine Souveränität gegenüber dem Iran zurückzugewinnen. Entsprechend wird das Abkommen von grossen Teilen der Bevölkerung begrüsst.

US-Aussenminister Marco Rubio hat den Mut der libanesischen Verhandlungspartner nicht ohne Grund gelobt. Denn mit ihrer Unterschrift haben sie sich zur Zielscheibe der Hisbollah gemacht. Kaum war das Abkommen unterzeichnet, organisierte die Hisbollah landesweit grosse, teilweise gewalttätige Proteste. Zudem wurden einzelne Regierungsmitglieder und Verhandlungspartner mit dem Tod bedroht.

Das Abkommen birgt deshalb auch die Gefahr, den Libanon in einen neuen Bürgerkrieg zu stürzen. Andererseits stellt sich die Frage: Kann die Lage des Landes überhaupt noch wesentlich schlimmer werden, als sie heute bereits ist?


Ein weiterer entscheidender Aspekt ist die Frage, ob der Libanon überhaupt in der Lage ist, seine Aufgabe zu erfüllen: die Hisbollah zu entmachten und die Kontrolle über sein eigenes Staatsgebiet zurückzugewinnen.

Hier sind grösste Zweifel angebracht. Denn dazu müsste der Staat zuerst jene Teile seiner regulären Armee und Verwaltung auswechseln, die von der Hisbollah unterwandert oder beeinflusst sind – bis hinauf in höchste Führungsebenen.

Ob und wie dies geschehen wird, allenfalls mit massiver ausländischer Hilfe, muss sich erst zeigen. Bis dahin dürfte sich an der tatsächlichen Machtlage im Libanon kaum etwas ändern.

Solange dies so bleibt, wird auch die IDF innerhalb der gelben Linie stationiert bleiben.

Die Bedeutung für die USA

Für die USA – und insbesondere für Donald Trump – ist dieses Abkommen politisch brisant. Mit seiner Unterzeichnung hat sich die Linie von Marco Rubio klar gegenüber jener von JD Vance durchgesetzt.

Vance hatte in seinem Abkommen mit dem Iran zugesagt, Israel aus dem Libanon abzuziehen. Rubio hingegen hat nun ein Abkommen ausgehandelt, das die Präsenz der IDF innerhalb der gelben Linie ausdrücklich legitimiert.

Der Unterschied ist erheblich: Während Vance vom Iran kaum konkrete Zugeständnisse erhalten hat, erreichte Rubio auf libanesischer Seite die Anerkennung des Existenzrechts Israels und die formelle Beendigung eines seit rund 80 Jahren bestehenden Krieges.


Unmittelbar nach der Unterzeichnung des Abkommens mit dem Libanon wurde dieses von Donald Trump enthusiastisch gelobt. Demgegenüber hat er sich zu den Verhandlungen mit dem Iran unter der Leitung von JD Vance in den vergangenen Wochen auffallend zurückhaltend geäussert. Das amerikanische Verhandlungsteam befindet sich zwar weiterhin in der Schweiz, doch von einem Durchbruch am Verhandlungstisch ist bislang nichts bekannt geworden.

Vielmehr scheint sich die Lage eher verschärft zu haben. Der Iran reagierte auf das Abkommen mit dem Libanon empört, bedrohte Israel massiv und warf den USA Verrat vor. Nachdem iranische Kräfte Handelsschiffe in der Strasse von Hormus mit Drohnen angegriffen hatten, führten die USA erneut Angriffe auf iranische Küstenstädte durch.

Damit spricht derzeit vieles dafür, dass das Waffenstillstandsabkommen zwischen den USA und dem Iran faktisch nicht mehr gilt.

Die Bedeutung für den Iran

Für den Iran bedeutet dieses Abkommen eine schwere politische Niederlage. Entsprechend scharf fielen die iranischen Reaktionen aus. Teheran bedrohte Israel nicht nur mit direkten militärischen Angriffen, sondern auch mit weltweiten Aktionen gegen israelische oder jüdische Einrichtungen. Gleichzeitig beschuldigte das Regime die USA des Verrats.

Der Iran war bereits zuvor schon erheblich geschwächt. Seine Wirtschaft befindet sich in einer schweren Krise, die Landeswährung hat massiv an Wert verloren, seine militärischen Fähigkeiten sind durch die jüngsten Auseinandersetzungen erheblich beeinträchtigt worden und zunehmend zeigen sich Spannungen und Uneinigkeit innerhalb der politischen und militärischen Führung. Dabei wird sichtbar, welch empfindliche Lücke das weitgehende Fehlen des Obersten Führers, des als nahezu allmächtig geltenden Ayatollahs, hinterlässt.

Gleichzeitig hat sich das Regime durch seine Politik in der Region zusätzliche Gegner geschaffen.

Auch innenpolitisch steht das Regime unter Druck. Es ist mit wirtschaftlichen Problemen, politischen Spannungen und wachsender Unzufriedenheit in Teilen der Bevölkerung konfrontiert. Es kämpft sozusagen mit dem Rücken zur Wand.

Hinzu kommt nun das Scheitern einer wichtigen iranischen Verhandlungsstrategie. Teheran hatte versucht, die Verhandlungen mit den USA über das Atomprogramm und die Strasse von Hormus mit der Forderung zu verknüpfen, Israel müsse sich vollständig aus dem Libanon zurückziehen und die Hisbollah unangetastet lassen. Das nun unterzeichnete Abkommen zwischen Israel und dem Libanon zeigt, dass sich diese Position nicht durchsetzen konnte.

Für den Iran stellt dieses Abkommen deshalb einen erheblichen Rückschlag dar. Die anschliessenden Drohnenangriffe auf Handelsschiffe in der Strasse von Hormus und die amerikanischen Gegenangriffe haben zudem deutlich gemacht, wie fragil der im Memorandum of Understanding vereinbarte Waffenstillstand inzwischen geworden ist.

Wie der Iran längerfristig reagieren wird, lässt sich derzeit kaum vorhersagen. Weitere diplomatische Eskalationen, ein Abbruch der Verhandlungen in der Schweiz oder verstärkte Aktivitäten iranischer Stellvertreterorganisationen sind denkbare Szenarien. Auch Anschläge iranisch unterstützter Akteure auf israelische oder jüdische Einrichtungen in westlichen Ländern können nicht ausgeschlossen werden.

Welche Strategie sich innerhalb der iranischen Führung durchsetzen und welche Entwicklung daraus entstehen wird, bleibt jedoch abzuwarten.

Die Bedeutung für den Nahen Osten

Das Abkommen hat weit über Israel und den Libanon hinausreichende Auswirkungen. Besonders schwer wiegen seine Folgen für den Iran. Dessen Versuch, den Libanon als Druckmittel in die Verhandlungen mit den USA über die Strasse von Hormus und das iranische Atomprogramm einzubeziehen, ist damit gescheitert. Das wirkt sich wiederum auf die Haltung der arabischen Golfstaaten aus.

Wie deutlich dieser Kurswechsel ausfällt, zeigt die gemeinsame Abschlusserklärung, die nach einem Treffen von US-Aussenminister Marco Rubio mit den Aussenministern der Golfstaaten veröffentlicht worden ist. Besonders bemerkenswert sind dabei die Punkte 2, 6 und 7:

  1. Sie begrüssen das „Memorandum of Understanding“ zwischen dem Iran und den USA und betonen die Notwendigkeit, sicherzustellen, dass der Iran keine Atomwaffen erhält.
  2. Frieden und Sicherheit in der Region erfordern die Bekämpfung von ballistischen Raketen und Drohnen des Iran sowie die Unterstützung, die der Iran seinen Stellvertretern bietet.
  3. Die freie Schifffahrt ohne Einschränkungen in der Strasse von Hormuz ist eine Voraussetzung für die Sicherheit der Region und der Welt.
  4. Der gesamte Handel mit und Investitionen in den Iran werden von der Einhaltung des „Memorandums of Understanding“ und eines endgültigen Abkommens abhängen und können rückgängig gemacht werden.
  5. Sie begrüssen die Verhandlungen zwischen Israel und dem Libanon unter amerikanischer Schirmherrschaft und setzen sich für die territoriale Integrität des Libanon ein.
  6. Die vollständige Souveränität des Libanon über sein Land kann nicht verwirklicht werden, solange illegale bewaffnete Gruppen nicht entwaffnet werden.
  7. Gaza-Streifen: Es wird betont, wie wichtig es ist, illegale bewaffnete Gruppen im Gaza-Streifen zu entwaffnen, um die Möglichkeit einer Wiederherstellung der Region zu schaffen. Niemand darf gezwungen werden, den Gaza-Streifen gegen seinen Willen zu verlassen. Das darf nur auf eigenen Wunsch geschehen und diejenigen die ausreisen sollen jederzeit nach Belieben in den Gaza-Streifen zurückkehren können.

Der vollständige Text des Abkommens

Zum Abschluss der (von mir) übersetzte Wortlaut des Abkommens, damit klar wird, wovon die Rede ist:

  1. Israel und Libanon bekräftigen das Recht beider Staaten auf ein friedliches Bestehen und ihren gemeinsamen Wunsch, als souveräne Nachbarstaaten in Sicherheit zu leben. Israel und Libanon erklären hiermit ihre Absicht, den Konflikt endgültig zu beenden, seine Ursachen anzugehen und damit den Kriegszustand zwischen ihnen formell zu beenden. Dieses Rahmenabkommen, das nach mehreren Runden direkter Verhandlungen zwischen den Parteien erzielt wurde, baut auf früheren erfolgreichen Vereinbarungen und Übereinkünften auf und bringt die Entschlossenheit zum Ausdruck, unumkehrbare Fortschritte in Richtung einer umfassenden Lösung aller Streitfragen zwischen den beiden Ländern zu erzielen. Beide Länder bekräftigen ihre Absicht, diese Streitfragen als souveräne Staaten durch direkte bilaterale Verhandlungen mit Vermittlung und Unterstützung der Vereinigten Staaten zu lösen.
  2. Die israelische und die libanesische Regierung verpflichten sich zu einem stufenweisen, auf Gegenseitigkeit beruhenden Prozess mit klaren Bedingungen, in dessen Rahmen die libanesischen Streitkräfte (LAF) ihre effektive Souveränität über das gesamte libanesische Territorium wiederherstellen, bis die nichtstaatlichen bewaffneten Gruppen verifiziert entwaffnet und die zugehörige Infrastruktur demontiert sind. Dies ermöglicht den israelischen Verteidigungsstreitkräften (IDF) einen schrittweisen Rückzug aus dem Libanon. Die einzelnen Bestandteile dieses Prozesses werden in einem Sicherheitsanhang detailliert dargelegt, der mit voller Unterstützung der Vereinigten Staaten entwickelt wurde und dieses Rahmenabkommen ergänzt. Das Rahmenabkommen legt die erforderlichen Massnahmen, Sicherheitsvorkehrungen und Verifizierungsmechanismen zur Förderung dieses Prozesses fest. Die erfolgreiche Umsetzung dieses Rahmenabkommens ebnet den Weg für stabile und friedliche Beziehungen zwischen den beiden Ländern und ermöglicht den Rückzug der IDF aus dem Libanon.
  3. Gemäss dem Sicherheitsanhang und als Teil der umfassenderen Bemühungen um das Waffenmonopol und die territoriale Souveränität des libanesischen Staates wird die libanesische Armee (LAF) schrittweise die volle und effektive Sicherheitsverantwortung in Pilotzonen übernehmen. Diese Pilotzonen dienen als Mechanismus für die stufenweise und verifizierte Rückverlegung der israelischen Streitkräfte (IDF) und die Stationierung der LAF. Zwei erste Zonen wurden von der IDF und der LAF vereinbart; weitere Pilotzonen werden im gegenseitigen Einvernehmen festgelegt. Nach Bestätigung der erfolgreichen Entwaffnung nichtstaatlicher bewaffneter Gruppen und der Demontage ihrer Infrastruktur in diesen Zonen wird die LAF die volle und effektive Sicherheitsverantwortung übernehmen. International unterstützte Wiederaufbaumassnahmen werden beginnen und libanesische Zivilisten können sicher in diese Gebiete unter der ausschließlichen Kontrolle libanesischer staatlicher Behörden zurückkehren. Die Vereinigten Staaten beabsichtigen, eng mit beiden Ländern zusammenzuarbeiten, um diesen Prozess zu verifizieren und zu unterstützen.
  4. Die libanesische Regierung bekräftigt ihr entschlossenes und unumkehrbares Bekenntnis zur Wiederherstellung und Ausübung der vollen Souveränität über ihr gesamtes Staatsgebiet. Die libanesische Regierung wird das staatliche Gewaltmonopol wiederherstellen, die vollständige und verifizierte Entwaffnung aller nichtstaatlichen bewaffneten Gruppen erreichen und sicherstellen, dass diese Gruppen weder eine militärische noch eine sicherheitspolitische Rolle spielen und über keinerlei bewaffnete Kapazitäten im Libanon verfügen. Die libanesische Regierung bittet hiermit die internationalen und insbesondere die arabischen Partner unter Führung der Vereinigten Staaten um Unterstützung, um dieses Ziel zu erreichen.
  5. Die israelische Regierung betont, dass ihre Militäraktionen im Libanon ausschliesslich eine Folge der Angriffe, der Bedrohung und der feindseligen Absichten nichtstaatlicher bewaffneter Gruppen, insbesondere der Hisbollah, sind. Die israelische Regierung unterstreicht, dass die Beseitigung dieser Bedrohung durch die Entwaffnung und Auflösung dieser Gruppen im gesamten Libanon sowie durch zusätzliche, zwischen beiden Ländern zu vereinbarende Sicherheitsabkommen jeglichen zukünftigen Bedarf an Militäraktionen oder einer Präsenz der israelischen Streitkräfte im Libanon beseitigen wird. Dementsprechend erklärt die israelische Regierung, dass sie keine territorialen Ambitionen im Libanon hegt.
  6. Die libanesische Regierung bekräftigt gemäss der Charta der Vereinten Nationen und in Ausübung ihrer souveränen Autorität, dass ihre Sicherheitskräfte die ausschliessliche Verantwortung für die Sicherheit und Verteidigung des Libanon tragen und dass die libanesische Regierung die ausschliessliche souveräne Befugnis besitzt, Krieg zu führen und Frieden zu schliessen. Die libanesische Regierung weist jegliche Ansprüche staatlicher oder nichtstaatlicher Akteure zurück, ohne ihre ausdrückliche Genehmigung in ihrem Namen Gewalt anzuwenden, und bekräftigt, dass jegliche Ansprüche staatlicher oder nichtstaatlicher Akteure auf die Ausübung einer militärischen oder sicherheitspolitischen Rolle gemäss den Beschlüssen der libanesischen Regierung rechtswidrig und den nationalen Interessen des Libanon zuwiderlaufend sind.
  7. Die Regierungen des Libanon und Israels bekräftigen, dass sie durch dieses Rahmenabkommen nicht daran gehindert werden, ihr in der Charta der Vereinten Nationen anerkanntes und mit geltendem Völkerrecht vereinbares Recht auf Selbstverteidigung auszuüben. Sie bekräftigen erneut, dass kein Dritter dieses Recht in ihrem Namen ausüben darf. Beide Regierungen verpflichten sich, mit Unterstützung und Beteiligung der USA eine militärische Koordinierungsgruppe einzurichten, um die umfassende Umsetzung dieses Rahmenabkommens zu gewährleisten.
  8. Beide Länder bekräftigen ihr gemeinsames Ziel eines sicheren und wiederaufgebauten Libanon unter voller libanesischer Staatssouveränität, in dem keine nichtstaatliche bewaffnete Gruppe eine Bedrohung für Israel, den Libanon oder die Bürger beider Länder darstellt. Darüber hinaus erkennen beide Länder an, dass die Wiederherstellung der Sicherheit im Südlibanon durch den Einsatz der libanesischen Streitkräfte, die sichere Rückkehr der Zivilbevölkerung und die Sicherheit der nordlibanesischen Gemeinden unerlässlich für langfristige Stabilität und Frieden sind.
  9. Die libanesische Regierung verpflichtet sich zu einem strengen, leistungsorientierten Programm, um die LAF in die Lage zu versetzen, im Einklang mit den im Rahmen der Verhandlungen vereinbarten Sicherheitsvereinbarungen die vollständige militärische und sicherheitspolitische Kontrolle im Libanon durchzusetzen, die Entwaffnung aller nichtstaatlichen bewaffneten Gruppen umzusetzen und im gesamten Libanon wirksame Autorität auszuüben. Die libanesische Regierung begrüsst die Bereitschaft der Vereinigten Staaten, solche Bemühungen zu unterstützen, und erkennt an, dass jede neue US-Hilfe strikt an überprüfbare Meilensteine, vollständige Transparenz, nachgewiesene Ergebnisse und laufende Aufsicht gebunden ist. Diese Bemühungen werden die sichere und geordnete Wiederherstellung der libanesischen Souveränität ermöglichen und auch zur grösseren Stabilität und Sicherheit im gesamten Nahen Osten beitragen.
  10. Unabhängig davon und gleichzeitig werden die Vereinigten Staaten internationale Partner mobilisieren, um die libanesische Regierung aktiv beim Wiederaufbau des Landes, der Instandsetzung der Infrastruktur, der Wiederherstellung der Wirtschaft und der Schaffung von Wohlstandsmöglichkeiten zu unterstützen. Dies soll die Mobilisierung umfangreicher Wiederaufbau- und humanitärer Hilfe für den Libanon, Wirtschaftsförderungsprogramme und Investitionsinitiativen umfassen, damit sich der Libanon von den jahrelangen Konflikten erholen und allen seinen Bürgern eine bessere Zukunft bieten kann.
  11. Der Libanon und die Vereinigten Staaten verpflichten sich, den Geldfluss an jegliche mit nichtstaatlichen bewaffneten Gruppen verbundene Organisationen, Einrichtungen oder Einzelpersonen zu unterbinden und alle verfügbaren rechtlichen Massnahmen zu ergreifen, um die Aktivitäten solcher Organisationen oder Einzelpersonen zu verbieten. Die libanesische Regierung verpflichtet sich ausdrücklich, den Geldfluss von Wiederaufbaugeldern an nichtstaatliche bewaffnete Gruppen und mit ihnen verbundene Einrichtungen zu verhindern.
  12. Nach Unterzeichnung dieses Rahmenabkommens werden die beiden Länder Arbeitsgruppen einrichten, um ein umfassendes Friedens- und Sicherheitsabkommen auszuarbeiten. Um die Ziele des Rahmenabkommens zu erreichen, werden die beiden Regierungen zudem unverzüglich ergänzende Wege des kontinuierlichen direkten Dialogs einrichten, der von den Vereinigten Staaten unterstützt wird. Beide Regierungen verpflichten sich, in gutem Glauben fortzufahren, bis ein vollständiger und dauerhafter Frieden erreicht ist, der den Menschen in Israel und im Libanon Sicherheit, Stabilität und Wohlstand bringt.
  13. Im Einklang mit ihrem gemeinsamen Ziel, stabile und friedliche Beziehungen herzustellen, verpflichten sich Israel und der Libanon, Massnahmen in gutem Glauben zu ergreifen, die positive Absichten demonstrieren, einschließlich der Einstellung aller feindseligen oder nachteiligen Aktionen in internationalen politischen oder rechtlichen Foren, und versprechen, auf die Suche nach und Rückführung von sterblichen Überresten sowie die Freilassung von Inhaftierten hinzuarbeiten.
  14. Die beiden Regierungen würdigen die Rolle der Vereinigten Staaten bei der Unterstützung ihrer Bemühungen, den jahrzehntelangen Konflikt zu beenden und dauerhafte Stabilität und einen umfassenden Frieden zwischen den beiden Ländern herzustellen, und bringen ihre tiefe Anerkennung für die Vision und die Führungsrolle von Präsident Donald J. Trump zum Ausdruck.

Unterzeichnet in Washington DC am 26. Juni 2026 in drei Originalen in englischer Sprache.

Schlussbetrachtung

Mit der Unterzeichnung dieses Abkommens ist der Konflikt zwischen Israel und dem Libanon keineswegs beendet. Vielmehr beginnt nun seine schwierigste Phase: die Umsetzung.

Ob der Libanon tatsächlich in der Lage sein wird, die Hisbollah zu entwaffnen und die Kontrolle über sein gesamtes Staatsgebiet zurückzugewinnen, wird sich erst in den kommenden Monaten und Jahren zeigen. Ebenso wird sich zeigen, ob die internationale Gemeinschaft bereit ist, den Wiederaufbau des Landes dauerhaft zu unterstützen.

Für Israel bedeutet das Abkommen vor allem eines: Erstmals existiert ein gemeinsam unterzeichneter Rahmen, der seine Sicherheitsinteressen im Libanon ausdrücklich berücksichtigt. Für den Libanon eröffnet sich die Chance auf einen wirtschaftlichen und politischen Neuanfang. Für die USA stellt das Abkommen einen bedeutenden diplomatischen Erfolg dar und verändert zugleich das Kräfteverhältnis im gesamten Nahen Osten.

Ob dieses Abkommen dereinst als Beginn einer neuen Stabilität oder lediglich als kurze Unterbrechung eines jahrzehntelangen Konflikts in die Geschichte eingehen wird, kann heute noch niemand beantworten.

Fest steht jedoch bereits jetzt: Mit seiner Unterzeichnung hat sich die politische Landkarte des Nahen Ostens bedeutend verändert.

👆 top 👆

Weitere Informationen, Hintergrundartikel sowie die Möglichkeit zum Austausch mit anderen Lesern findet ihr im Forum von Hasbara.news.

Ihr könnt dazu beitragen, Hasbara.news bekannter zu machen: Macht Freunde darauf aufmerksam und teilt, erwähnt oder verlinkt Artikel daraus mit Quellenangabe in sozialen Netzwerken wie Facebook, TikTok, Instagram, YouTube, X oder LinkedIn, in WhatsApp- oder Telegram-Gruppen und auf anderen Kanälen.

One thought on “26.6.2026 – Historisches Abkommen zwischen Israel und dem Libanon

  1. Zunächst -wunderbar- endlich ein Frieden zwischen Libanon und Israel. Frieden für Libanon…wird wohl noch eine Weile dauern… Armes Land…Ich habe Bilder von Prozessionen und Aufmärschen der Hisbollah in Beirut gesehen, das verursacht mir Angst. Und ohne Sicherheit keine Investitionen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert