8.2.2026

Diesmal nur persönlich.

Heute hatte ich einen wichtigen Gerichtstermin vor dem Familiengericht in Afula. Auf diesen Termin musste ich mich gut vorbereiten und hatte deshalb keine Zeit, meine Tagesnachrichten zu verfassen.

Da es eine Familienangelegenheit ist, will ich dazu keine Details veröffentlichen, doch in Kürze kann ich es beschreiben. Mir scheint es wichtig, denn solches kann jeden von Euch treffen, der seinen Wohnsitz nach Israel verlegt (Aliyah).

Im vergangenen November haben meine Gegner meinen ganzen Besitz durch ein israelisches Gericht einfrieren lassen. Das beinhaltet auch mein Bankkonto und meine Rente (Pension, AHV). Danach, als sie derart sichergestellt hatten, dass ich mir weder in Israel noch in der Schweiz einen Rechtsanwalt beschaffen kann, sind sie vor dem Familiengericht in Afula gegen mich vorgegangen, um all dies letztendlich definitiv zu konfiszieren, also mich zu 100% zu enteignen. Heute war dazu die Anhörung vor Gericht.

Vor diesem Gericht haben meine Gegner Unterlagen und Urteile eines schweizerischen Gerichts vorgelegt, von denen ich keine Kenntnis hatte und gegen diese ich deshalb auch keine Rechtsmittel habe ergreifen können.

Nun wird es kompliziert, denn hier sind drei Rechtssysteme involviert:

  • Schweizer Recht (hier Kanton Bern)
  • Israelisches Recht
  • Internationales Recht

Das internationale Recht zwischen der Schweiz und Israel definiert den Rechtsverkehr gemäß einer Haager Konvention, welcher beide Staaten beigetreten sind. Diese Konvention beschreibt, wie der Rechtsverkehr (die Kommunikation) zwischen der Schweiz und einem in Ausland lebenden Kläger oder Beklagten stattzufinden hat. Dieser Kommunikationsweg legt fest, dass dieser, wenn er in Israel lebt, erst mit 2 bis 6 Monaten Verspätung über gerichtliche Schritte in der Schweiz informiert wird und dass allfällige Termine für die Ergreifung von Rechtsmitteln und ähnlichem erst dann zu laufen beginnen, nachdem er diese Unterlagen erhalten hat.

Freiwillig können die Schweizer Gerichte zwar einer effizienteren elektronischen Zustellung über eine gesicherte Plattform (zB inca-mail) zustimmen, was ich auch beantragt habe, doch das Gericht (Regionalgericht Thun) hat auf meinen diesbezüglichen Antrag nicht reagiert.

Bis heute habe ich also keine solchen Dokumente erhalten, habe also keine Rechtsmittel ergreifen können.

Diesen Zeitvorsprung von 2 bis 6 Monaten nutzen meine Gegner aus, um mit schweizerischen Urteilen in Israel gegen mich vorzugehen: Sie legen dem Gericht Dokumente vor, von denen ich keine Kenntnis habe, und behaupten, diese seien rechtskräftig und müssten nun hier in Israel vollzogen werden.

Dazu: Es gibt eine schweizerische parlamentarische Gruppe, die sich um Angelegenheiten von Auslandschweizern engagiert. Diese habe ich vor Kurzem angeschrieben und sie auf diese Problematik aufmerksam gemacht. Ich meinte, dies sei ein unhaltbarer Zustand und hier müsste auf politischer Ebene agiert werden. Schweizer Gerichte müssten per Gesetz dazu gezwungen werden, Auslandschweizer in gleicher, zumindest ähnlicher, Art zu behandeln wie in der Schweiz wohnhafte.

Doch wie ist die heutige Anhörung ausgegangen?

Kurz: Offen. Es wurde zwar offensichtlich, dass meine Gegner lügen: Eine Lüge um die andere ist aufgedeckt worden, doch der Richter hat nicht abschließend entschieden. Meine Besitztümer sind noch immer eingefroren. Es wird also weiter gehen, mit eingefrorenem Bankkonto in nächste Phasen. Es ist ein Termin bis zum 23. Februar gesetzt worden, um „die Angelegenheit (bilateral) zu klären“.

Bis dahin werde ich noch sehr viel zu tun haben, insbesondere, da ich mit eingefrorenem Bankkonto keine Rechtsanwälte (weder in der Schweiz noch hier in Israel) engagieren kann. Für die heutige Anhörung in Afula konnte ich mir einzig deshalb einen Anwalt beschaffen, weil ich eine wertvolle Taschenuhr, die ich von meinem Großvater geschenkt erhalten habe und die mir stets sehr viel bedeutet hat, verkauft habe.

Es sieht jetzt so aus, dass ich in den nächsten Tagen kaum Zeit haben werde, meine gewohnten Tagesnachrichten abzufassen. Sorry dafür, doch ich bitte um Verständnis. Ich werde trotzdem mein Bestes tun, denn ich finde es wichtig. Wichtig für mich, für mein Land, für mein Volk.


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