Es gab andere Vorstellungen, wie den "Lehrer der Gerechtigkeit", wie etwa bei der jüdischen Sekte von Qumran.
Diese Vorstellung entspricht eher der von Jesus, hat sich aber nie als Mehrheitsmeinung durchsetzen können.
Was man zusätzlich wissen muss: Damals, also zu der Zeit, als Jesus gelebt haben soll, haben viele Juden Listen veröffentlicht mit möglichen Kandidaten, bis hin zu Josephus Flavius.
Dabei wurden auch Kandidaten erwähnt, die recht wenig von einem Messias erkennen lassen. Verbunden war das meist mit einer Abwägung, welcher Kandidat mehr oder weniger in Frage kam.
So stand auch jemand wie Johannes der Täufer auf einigen Listen, weswegen wir wissen, dass er eine historische Person war.
Was einem auffällt, wenn man die ganzen Listen unterschiedlicher Autoren durchgeht, von denen einige Zeitgenossen von Jesus waren und teilweise in derselben Gegend lebten, dann ist es dies:
Auf keiner der Listen kommt ein Jesus vor.
Man findet dort kleine, heute völlig unbekannte Wanderprediger, aber keinen Jesus.
Um also annehmen zu können, dass Jesus der Messias war, hätten sie zunächst einmal wissen müssen, dass da ein Jesus existiert hat. Offensichtlich kannte ihn aber niemand, das ist eines der recht starken Indizien dafür, dass es nie einen Jesus als Wanderprediger gegeben hat!!!
Einer der ganz heißen Kandidaten auf den Status "Messias" war bar Kochba, der jüdische Widerständler gegen Rom geführt hat. Nach seiner Niederlage, in der er und alle seine Anhänger von den Römern umgebracht worden sind, verschwindet er von allen diesen Listen.
Warum? Weil er erfolglos war. Kurz, wenn die Römer einen Aufständischen hinrichteten, konnte derjenige kein Messias mehr sein. Denn es ging nicht um irgendein himmlisches Reich nicht von dieser Welt, es ging um die konkrete Befreiung von Fremdherrschaft des jüdischen Volkes.
Die Legenden um Jesus herum bildeten sich erst viel später.
Als die Christen damit ankamen, lebte schon keiner mehr, der hätte bestätigen können, dass es einen Jesus überhaupt gegeben hat. Auch die Anspielungen der jüdischen Schriften auf Jesus kamen erst viel später auf, als Jesus schon eine etablierte christliche Figur war.
Wenn man alle christlichen Schriften, die bis etwa 150 bekannt waren, durchgeht, findet sich nirgends ein Hinweis auf einen historischen Jesus - auch bei Paulus nicht.
So sagt Justin der Märtyrer in seiner Biografie, 165 veröffentlicht, dass er dem Christentum aus philosophischen Gründen beigetreten ist, nicht wegen einem angeblich von den Toten auferstandenen Mann, von dem er zuvor (vor 150) nie gehört hatte.
D. h., auch Justin wusste nichts von einer historischen Person namens Jesus vor dem Jahr 150! Das gilt auch für die Juden, die nie zuvor von diesem speziellen Jesus gehört hatten.
Aber jemand, der längst tot war, konnte weder der Messias sein noch der "Lehrer der Gerechtigkeit", vor allem nicht, wenn man nie zuvor etwas von ihm gehört hatte.
Jesus konnte nicht als Messias anerkannt werden, weil Jesus zu seinen Lebzeiten keinem Juden bekannt war, jedenfalls nicht als irdische Person und die Juden sind intelligent und sehr genau!
Der "himmlische Jesus" der ersten Christen zählte nicht, denn der Messias musste ein Mensch sein, kein himmlisches Wesen. Auf alle Fälle haben die Juden sofort die Märchen über diesen Jesus erkannt!
Jesus ist ab 150 Jahre später erfunden worden!
Das Problem bei der Christlichen Lügen Religion ist nur die Tatsache dass sie unter Kaiser Konstantin an die Macht kam und von diesem Zeitpunkt an mit brutalster Gewalt ihre Religion verbreitete!
Das Leitmotiv der christlichen Religion: Völkermorde, Judenverfolgung, Kinderschändungen, uvm.
Ohne Juden wurde das Christentum durch Kaiser Konstantin zur Staatsreligion erkoren und von dem Zeitpunkt begann die Judenverfolgung und Ermordung durch die Christen!
Es gibt keine einzige Zeugen von einer Jesus-Kreuzigung!
Der König der christlichen Lügen Liga Eusebius von Caesarea hat gefälscht, gestürzt, gelogen was das Papyrus hergab!
Es ist eine alte kirchliche Strategie: Wenn die Quellen dünn sind, bläht man das Wenige mit Pathos auf, stilisiert fragwürdige Textsplitter zu epochalen Belegen und verkündet sie dann als unanfechtbare Wahrheit.
Im Fall der angeblichen Existenz Jesu von Nazareth ist genau das geschehen.
Über fast zwei Jahrtausende hinweg hat die Kirche ein gewaltiges Gebäude errichtet, das auf kaum mehr ruht als auf Sand und auf einigen sehr löchrigen Manuskripten. Die ehrliche Frage lautet: Gibt es überhaupt einen einzigen Beleg, der historisch belastbar, unabhängig und zweifelsfrei die Existenz dieses „Jesus Christus“ bestätigt? Die Antwort fällt ernüchternd aus: Nein. Es gibt Meinungen, es gibt Legenden, es gibt nachträgliche Konstruktionen. Aber es gibt keinen neutralen, zeitgenössischen Beweis.
Josephus Flavius, der jüdische Historiker erwähnt angeblich in den „Antiquitates“ Jesus. Doch schon seit der Renaissance ist klar, dass es sich hier um eine plumpe christliche Einschaltung handelt. Kein jüdischer Historiker hätte Jesus als „wunderwirkenden Messias“ bezeichnet, eine Beleidigung für jeden Juden der Zeit.
Die Passagen stinken nach nachträglicher Bearbeitung.
Ähnlich Eusebius von Caesarea, der erste „Kirchenhistoriker“ im 4. Jahrhundert. Er war weniger Historiker als Hofpropagandist Konstantins und König der christlichen Fälscher. Eusebius fälschte Briefe, strickte Zitate zurecht und schuf so eine scheinbare Traditionslinie. Mit Wissenschaft hatte das so viel zu tun wie Astrologie mit Astronomie. Ohne Konstantin wäre das Christentum vermutlich eine obskure Sekte geblieben.
Er war es, der auf dem Konzil von Nicäa (325 n. Chr.) die Lehre normierte, konkurrierende Evangelien verbot und damit das Fundament der späteren Staatsreligion legte.
Die „Wahrheit“ wurde also nicht durch Beweise entschieden, sondern durch imperiale Dekrete.
Man stelle sich vor: Die angebliche „Weltreligion“ beruht auf der Willkür eines römischen Kaisers, der nicht einmal aus Überzeugung Christ war, sondern aus politischem Kalkül.
Konstantin ließ sich erst auf dem Sterbebett taufen. Für ihn war das Christentum ein Machtinstrument, nicht die Verkörperung einer historischen Wahrheit.
Die römische Gerichtsbarkeit war pedantisch.
Jeder Prozess, jede Hinrichtung, jede Kreuzigung wurde dokumentiert. Hinrichtungen von Unruhestiftern wie Jesus wären protokolliert und archiviert worden.
Doch in den römischen Akten: Schweigen.
Dazu kommt ein Detail, das gerne übersehen wird: Nach römischem Recht konnte ein Jude, der kein römischer Bürger war, zwar gekreuzigt werden, aber die jüdische Führung hatte keinerlei Kompetenz, solch ein Todesurteil durchzuführen.
Dass die Evangelien behaupten, der Hohe Rat habe Jesus dem Pilatus ausgeliefert, ist ein Märchen. In Wahrheit hätte der Hohe Rat diese Macht gar nicht gehabt.
Mit anderen Worten: Der Evangelienbericht ist juristischabsurd!
Wenn das beste Argument für den historischen Jesus aus verlorenen Manuskripten, manipulierten Quellen und kaiserlichen Dekreten besteht, dann sind das keine Bausteine für Wahrheit, sondern Ruinen eines Denkapparats, den ich getrost ignorieren kann. Atgeismus und Humanismus brauchen keine Legenden und Lügen, um moralisch zu fundieren.
Er lebt im Hier und Jetzt, mit klarem Verstand, echtem Mitgefühl und der Kunst, Verantwortung zu übernehmen, ohne Magie, aber dafür mit echter Menschlichkeit.
Hier für dich historische Fachliteratur!
67 namhafte Historiker nennen!
Bart D. Ehrman: Forged: Writing in the Name of God – Why the Bible’s Authors Are Not Who We Think They Are (2011)
Gerd Lüdemann: Der große Betrug. Und was Jesus wirklich sagte und tat (1998)
Hermann Detering: Falsche Zeugen. Außerchristliche Jesuszeugnisse auf dem Prüfstand (2011)
Richard Carrier: On the Historicity of Jesus: Why We Might Have Reason for Doubt (2014)
Karlheinz Deschner: Kriminalgeschichte des Christentums, Bd. 1–10 (1986–2013)
Maurice Casey: Jesus of Nazareth: An Independent Historian’s Account of His Life and Teaching (2010)
Uta Ranke-Heinemann: Nein und Amen. Mein Abschied vom traditionellen Christentum (1992)
Joseph Wheless: Forgery in Christianity (1930)
Interessant.
Ich werde oft von Christen gefragt, was denn der Unterschied zwischen Christentum und Judentum sei.
Das ist eine Frage, die nicht kurz und einfach beantwortet und erklärt werden kann.
Um auf den wohl wichtigsten Punkt zu kommen, antworte ich dann oft: "Der grösste Unterschied ist wohl der, dass das Christentum auf Glauben basiert, das Judentum auf Wissen, Forschen und Lernen."
Christen hinterfragen nicht, sie glauben - Juden hinterfragen und versuchen, Wahrheit zu erkennen.
Im Judentum ist Glauben unwichtig, im Christentum zentral.
Bezeichnend dafür ist bereits der Name "Christus". Er bezieht sich auf das griechische Krystos, der Gesalbte. Es gibt jedoch keine einzige Stelle in der christlichen Bibel, die beschreibt, wann, wo und durch welche Kohanim dieser Jesus gesalbt worden ist.
Solches hinterfagt man nicht, obwohl es im Christentum ja zentral ist, man glaubt es.
Über Glauben kann man nicht debattieren oder argumentieren, denn er folgt keiner Logik. Deshalb sollten wir das auch nicht tun.
Glauben ist kein "jüdisches Ding" und ist frei.
Solange jemand damit glücklich wird und niemanden damit schädigt, kann ich das problemlos akzeptieren und respektieren.
Übrigens: Der Islam hat eigentlich ganz Recht, wenn es uns Juden als Ungläubige bezeichnet. Wir sind das tatsächlich. 😊
Als "gläubiger Christ" 😉 finde ich das eine spannende Frage. Ich würde sie gleich handhaben wie @zeev mit der Torah. Ich "glaube", dass sich G'tt durch seinen Sohn Jesus Christus bzw. Jeschua haMaschiach offenbart hat. Und ich weiss, weil ich geforscht habe, dass der beschriebene Jesus der Berit haChadascha (Neues Testament) die messianischen Prophetien aus dem Tanach erfüllt hat und auch noch erfüllen wird.
https://himmel-in-mir.de/prophezeiungen-bibel-jesus/
Verschiedene Zeitzeugen (welche z.T. schon oben erwähnt wurden), weisen auf die Existenz von Jesus ausserhalb der Berit haChadascha hin. In den Propheten wird aber auch darauf hingewiesen, dass "sein Volk" für eine gewisse Zeit "nicht erkennen" wird. Da würde es mich interessieren, wie Jesaja 52,13-53,12 aus jüdischer Perspektive zu verstehen ist.
Zu Jesaia: Jesaia ist, wie alle Propheten, nicht einfach zu deuten. Sie haben zu ihrer Zeit zum Volk Israel gesprochen, in einer Sprache, die in der damaligen Zeit unter den damaligen Verhältnissen hätte verstanden werden sollen.
Jesaia hat kurz vor der Eroberung Israels (Judäas) gesprochen und das Volk vor dieser Eroberung gewarnt: Es sei von G'tt abgefallen und wenn es nicht zurückkehre, werde G'tt seinen Schutz aufgeben, Jerusalem werde zerstört und die Juden in die Ferne (größtenteils ins babylonische Exil) vertrieben.
Genau das ist dann ja auch geschehen.
Doch später (ab Vers 49) sagt er auch, dass G'tt "sein Volk" nicht für immer verlassen werde (wie eine Mutter niemals ihr Kind verlassen werde), dass das Volk Israel zurückkehren werde, dass Jerusalem wieder aufgebaut werde und dass Israel wieder erstarken und zu einem "Licht für die Welt" werde.
Genau das ist später dann ja auch geschehen: Im Exil (nicht nur dort) ist der Glaube an G'tt zurückgekehrt, wieder erstarkt. In dieser Zeit wurden die beiden Talmuds geschrieben. Viele Gelehrte haben sich intensiv mit der Torah befasst.
Daraufhin konnte das Volk Israel wieder in sein Land zurückkehren, auch nach Jerusalem und den Tempel wieder aufbauen.
Oft spricht Jesaia in der Einzahl von "ihm". Mit "ihm" ist das Volk Israel gemeint. Man erkennt das auch daran, dass oft auch von Jakob die Rede ist: Singular, eine (längst verstorbene) Person. Auch mit "Jakob" ist das Volk Israel gemeint: Jakobs Nachfahren.
Ich weiß (habe schon oft gehört), dass Christen diese Passagen sehr anders deuten. Ich kann deren Deutung jedoch nicht nachvollziehen.
Ich (wie viele Juden, die sich damit befassen) verstehe das so, dass Christen mit aller Kraft versuchen, im Tanach (+/- das AT) Beweise für ihren Glauben zu finden. Hierzu wird vieles "konstruiert", bzw. in eine bestimmte Richtung uminterpretiert (und teilweise auch falsch übersetzt).
Eigentlich ist das eine ziemlich ärgerliche Sache, denn der Tanach ist unser Buch, nicht ein christliches. Christlich ist nur das NT, nicht jedoch das AT, dieses ist jüdisch. Es ist nicht korrekt, wenn man sich fremdes Eigentum aneignet und dieses dann für seine Zwecke "missbraucht".
Doch so ist das nun mal, wir haben uns daran gewöhnt und leben damit. Kaum ein Jude ist dem Christentum deswegen böse.
Ich verlinke dir hier einen jüdischen Artikel zu diesem Thema.
(ich hoffe, hiermit deine Frage zufriedenstellend beantwortet zu haben)
Es tut mir leid, wenn ich dich mit diesen Fragen nerven sollte. Aber ich würde wirklich gerne die jüdische Sichtweise besser verstehen. So einfach wie du das beschreibst, ist es aber nicht.
"Zur Zeit Abrahams gab es weder Könige noch Priester, das kam erst sehr viel später."
Hast du 1. Mose 14,17-20 schon einmal in der Yeschiva gelesen? Wie wird das im Judentum verstanden?
Dieser Text macht für mich klar, dass es auch Priester des höchsten Gottes gibt, welche nicht durch andere Menschen gesalbt wurden.
Und zu deiner mathematischen Logik 1=1 und 3=3 würde ich von dir gerne wissen, wie du/ihr 1. Mose 18,1-23 genau versteht. Mir wird es da fast ein bisschen schwindelig: 3 Männer, 1 Herr (Adonai) und der HERR (YHWH) erschien dort Abraham. Das übersteigt meinen Sinn für mathematische Logik im Herzen der Torah. Bitte hilf mir, es "richtig" zu verstehen.