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									📖 Judentum - Jüdische Religion, Geschichte, Traditionen, Kultur und jüdisches Leben. - hasbara.news Forum				            </title>
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            <description>hasbara.news Diskussionsforum</description>
            <language>de</language>
            <lastBuildDate>Wed, 15 Jul 2026 14:41:22 +0000</lastBuildDate>
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                        <title>Glauben?</title>
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                        <pubDate>Wed, 11 Jun 2025 15:13:11 +0000</pubDate>
                        <description><![CDATA[Mir ist es wichtig, dass unser Volk nicht primär als Opfer des Holocaust wahrgenommen wird, sondern dass unsere Identität anerkannt, verstanden und respektiert wird.Deshalb werde ich in dies...]]></description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Mir ist es wichtig, dass unser Volk nicht primär als Opfer des Holocaust wahrgenommen wird, sondern dass unsere Identität anerkannt, verstanden und respektiert wird.<br /><br />Deshalb werde ich in diesem Unterforum wohl noch <span>ö</span>fters erklären, was das Judentum ausmacht und wie es sich vom Christentum unterscheidet. Denn hier herrscht viel Unwissenheit: Man liebt oder hasst uns, weiß aber nichts über uns.<br /><br />Diesmal geht es um das Thema „<strong>Glaube</strong>“.<br /><br />„<em>Glaube ist etwas für Christen. Wir Juden glauben nicht</em>“, sagte mir vor vielen Jahren einmal ein weiser Rabbiner.<br /><br />Und das stimmt: Für Christen ist Glaube enorm wichtig, er verändert sozusagen alles – doch so wie wir es sehen, ist Glaube etwas Vergängliches: Heute glaube ich etwas, morgen habe ich etwas Neues gelernt und glaube etwas anderes. Ich habe keine Kontrolle über meinen Glauben, denn jederzeit kann etwas passieren, das mich eines Besseren belehrt.<br /><br />Es ist bezeichnend, dass der hebräische Begriff für „Gläubiger“ (im religiösen Sinne) nicht „savur“ (סָבוּר, wörtlich übersetzt „glauben“), sondern „dati“ lautet, was auf das Verb „wissen“ (לָדַעַת, lada'at) zurückgeht.<br /><br /><strong>Wir Juden „glauben“ nicht, sondern wir „wissen“.</strong><br /><br />Deshalb haben wir eine völlig andere Haltung gegenüber „Religion“ und unseren heiligen Schriften. Wir „glauben“ nicht an die Tora, sondern hinterfragen sie. Wir versuchen, sie zu verstehen und (täglich, wenn wir sehr „dati“ sind) dazuzulernen. Jede neue Erkenntnis ist gut, jede neue Interpretation willkommen, solange sie logischen Argumenten standhält und dem Originaltext nicht widerspricht.<br /><br />Als Beispiel möchte ich folgende fiktive Debatte mit einem Atheisten anführen:<br /><br />„Warum glaubst du an Gott? Das ist doch völliger Unsinn. Du kannst mir nicht beweisen, dass Gott existiert. Ich glaube nur, was bewiesen werden kann“, sagt der Atheist.<br /><br />Der typische Christ wird letztlich mit seinem Glauben arguentieren, vielleicht mit der Bibel.<br /><br />Eine typische jüdische Antwort wäre jedoch etwa so:<br /><br />Bevor wir über solche Dinge reden, sollten wir uns darüber einig werden, was Gott ist. Ich glaube auch nicht an einen alten Mann mit weißem Haar und Bart, der hoch oben in den Wolken sitzt.<br /><br />ABER:<br /><br />Kannst du mir sagen, was vor dem Universum existierte? Woher kam es?<br /><br />Glaubst du, dass etwas aus dem Nichts entstehen und dann wieder im Nichts verschwinden kann, und worauf basiert dein Glaube? Kannst du beweisen, dass so etwas physikalisch möglich ist?<br /><br />Glaubst du, dass du deine Gedanken, Handlungen und Träume kontrollierst und immer weißt, welche Auswirkungen sie haben werden? Hast du Kontrolle darüber? Wenn nicht, wer dann?<br /><br />Kannst du erklären, was Ewigkeit ist? Wenn man von 1, 2, 3, 4 usw. zählt, wo endet das dann?<br /><br />Weißt du, was Unendlichkeit ist, und glaubst du, dass sie existiert? Wenn nicht, was passiert, „wenn die Zeit abläuft“? Kannst du beweisen, dass die Zeit irgendwann abläuft?<br /><br />Das sind die Fragen, und sie alle zielen darauf ab, was wir unter „Gott“ verstehen.<br /><br />Und da haben wir es: Der Atheist wird letztendlich zugeben müssen, dass er <strong>nicht beweisen kann, dass Gott nicht existiert</strong>. Denn er weiß ganz genau, dass all dies existiert, auch wenn er es nicht verstehen, sehen oder beweisen kann.<br /><br />Und das ist „Gott“: Er (es) steht über allem, was wir verstehen können.<br /><br />Die Thora verbietet uns Juden, uns ein Bild von Gott zu machen. Warum? Weil es unmöglich ist und jedes Bild uns letztlich in die Irre führen würde.<br /><br />Wir wissen also, dass Gott existiert, was auch immer wir glauben, ist nicht wichtig.</p>]]></content:encoded>
						                            <category domain="https://hasbara.news/community/judentum">📖 Judentum - Jüdische Religion, Geschichte, Traditionen, Kultur und jüdisches Leben.</category>                        <dc:creator>Ze&#039;ev</dc:creator>
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                        <title>Jesus?</title>
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                        <pubDate>Tue, 10 Jun 2025 02:55:22 +0000</pubDate>
                        <description><![CDATA[Wir Juden werden von Christen oft gefragt, weshalb wir nicht an Jesus (als den &quot;Erlöser&quot;, den &quot;Messiach&quot; und &quot;Gottes Sohn&quot;) glauben. Wer danach sucht, findet auf diese Frage viele Antworten,...]]></description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Wir Juden werden von Christen oft gefragt, weshalb wir nicht an Jesus (als den "Erl<span>öser", den "Messiach" und "Gottes Sohn") glauben. Wer danach sucht, findet auf diese Frage viele Antworten, wobei sich die meisten auf unterschiedliche Interpretationen von Stellen im Tanach (der ungefähr dem AT entspricht), insbesondere bei den Propheten, beziehen.</span></p>
<p>Hier will ich jedoch einen anderen Grund beschreiben, einen, der auf einer psychologischen Betrachtung basiert und der <strong>dem Kern der Sache</strong> wohl n<span>äher kommt.</span></p>
<p>Meine Betrachtung bezieht sich auf ein unterschiedliches Verst<span>ändnis bereits bei den ersten  Abschnitten der Bibel, dem sogenannten "Sündenfall". Alles Weitere sind (psychologische) Folgen dieser unterschiedlichen Interpretationen.</span></p>
<p>Um den Unterschied klar und einfach verst<span>ändlich darzulegen, werde ich eine etwas vereinfachte, plakative und typisierte Sprache verwenden.</span> </p>
<p>1<strong>. Die christliche Sicht</strong></p>
<p>Christen betrachten den "Diebstahl der Apfels vom verbotenen Baum" <strong>als S</strong><span><strong>ünde</strong>: Adam und Eva haben Gottes Verbot missachtet und, verführt von einer "Schlange", diesen Apfel trotz eines strikten Verbots gegessen.</span></p>
<p><span>Gottes Strafe folgte sofort: Adam und Eva wurden aus dem Paradies vertrieben. Seither leben wir Menschen in einer Art Bestrafung, belastet durch diese Sünde, eine Erbsünde.</span></p>
<p>Von dieser S<span>ünde wollen Christen, verständlicherweise, erlöst werden. Sie suchen nach dieser Erlösung und in Jesus haben sie sie gefunden: Er erlöst gläubige Christen von alten Sünden, indem er alle Schuld auf seine eigenen Schultern nimmt. Wer an ihn glaubt, wird später "zurück ins Paradies" gelangen.</span></p>
<p>-&gt; Problem gel<span>öst!</span></p>
<p>2. <strong>Die jüdische Sicht</strong></p>
<p>Es gibt keine allgemein g<span>ültige "jüdische Sicht", sondern sehr viele unterschiedliche Meinungen. Doch wie viele Juden (wohl die meisten) diesen Abschnitt aus der Torah verstehen, beschreibt er in einer Art Bildersprache den Moment der Evolution, als sich das Menschentum von der Tierwelt getrennt hat.</span></p>
<p>(Dar<span>über, w</span>arum G'tt uns erst den Genuss dieser Frucht verboten hat, habe ich <a href="https://hasbara.news/judentum/2024-09-11/21227" target="_blank" rel="noopener">bereits hier geschrieben</a><span>, denn auch dies ist eine sehr interessante Frage)</span></p>
<p><span></span>Zuvor, im "Paradies", wussten wir nichts <span>über Ethik und Moral, über "Gut und Böse". Wir "sprachen die Sprache der Tiere", zum Beispiel in der Unterhaltung Evas mit der "Schlange", wir gingen nackt durch die Welt, kannten keine Scham und lebten in völliger Unschuld.</span></p>
<p><span>Tiere kennen keine Schuld. Sie folgen ihren Instinkten und befriedigen ihre körperlichen Bedürfnisse ohne sich um Ethik und Moral zu kümmern. Sie sind und bleiben unschuldig. Doch nach dem Konsum vom "Baum der Erkenntnis" war für Adam und Eva damit nun Schluss: Bereits unmittelbar danach meldeten sich Scham und Schuldgefühle.</span></p>
<p>-&gt; Ende des "Paradieses"</p>
<p>3. <strong>Sünde oder nicht?</strong></p>
<p>Wenn wir diesen Schritt in der Evolution als S<span>ünde betrachten, wenn wir uns ins "Paradies", in die "sündenfreie Tierwelt", zurück sehnen, dann sind wir froh um einen Erlöser und glauben gerne an ihn: Er wird uns dorthin zurück führen.</span></p>
<p>Wenn wir das jedoch nicht tun, dann brauchen wir keinen solchen Erl<span>öser. Wovon auch sollte er uns erlösen? Wir Juden glauben ohnehin nicht an eine Erbsünde, sondern sind davon überzeugt, dass letztendlich jeder Einzelne an seinen eigenen Taten gemessen und beurteilt werden wird. Wir können das nicht wegdelegieren.</span></p>
<p>Hier haben wir ist eine einfache, wohl die einfachste, Erkl<span>ärung, weshalb wir Juden nicht an "Jesus"  glauben: <strong>Wir brauchen ihn nicht!</strong> Er, oder etwas Ähnliches, hat für uns schlicht keine Bedeutung.</span></p>]]></content:encoded>
						                            <category domain="https://hasbara.news/community/judentum">📖 Judentum - Jüdische Religion, Geschichte, Traditionen, Kultur und jüdisches Leben.</category>                        <dc:creator>Ze&#039;ev</dc:creator>
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